Liebe Unterstützer von Bildungs-Freiheit und Freunde der Home Education,
vor etwas über einem Jahr entstand unter den französischen Homeschoolern die Idee, einen Tag der Bildungs-Freiheit zu veranstalten. Diese Idee fand auch in anderen Ländern Anklang, so dass es nun am 15. September 2007 erstmals einen Internationalen Tag der Bildungs-Freiheit (ITBF) geben wird.
Unser Anliegen ist darauf hinzuweisen, wie wichtig die freie Wahl des individuellen Bildungsweges ist und die unterschiedlichen Bildungsalternativen für Kinder und Jugendliche, die es bei uns und in anderen Ländern gibt, bekannt zu machen.
Besonders hervorheben wollen wir die Möglichkeiten schulfreier Bildungswege (Home Education, Homeschooling, Unschooling), welche in vielen Staaten der Welt legal sind, doch würden wir auch die Teilnahme freier alternativer Schulen an diesem weltweiten Ereignis sehr begrüßen.
Unser Ziel ist es, zu Zusammenkünften in Europa und weltweit zu inspirieren. Aktionen mit Bezug zum ITBF werden während des gesamten Monats September stattfinden, doch am 15. September möchten wir so viele Aktivitäten wie möglich in möglichst vielen Ländern auf der ganzen Welt vernetzen, und damit ein Zeichen für die Freiheit der Bildung setzen.
Eines unserer Projekte ist, an diesem Tag viele bunte Luftballons mit Postkarten, auf denen dem Ereignis entsprechende Texte zu lesen sind, in die Lüfte zu entsenden. Ein Logo und verschiedene Poster werden in Kürze zur Verfügung stehen.
In Paris wird am 15. September ein großes Picknick der französischen Home Education-Bewegung stattfinden. Zur Bekanntmachung des ersten Internationalen Tages der Bildungs-Freiheit wird es dort am 10. September eine Pressekonferenz geben.
In London wird an diesem Tag eine Messe der Home Education-Bewegung stattfinden. Nähere Informationen dazu sind über homeeducationfair@hotmail.com erhältlich.
In Wien findet bereits am 7. September eine Veranstaltung zum Thema Bildungs-Freiheit statt, die Gelegenheit bietet, sich über die Praxis von Home- und Unschooling zu informieren und auszutauschen.
Außerdem wird es an einem Sitzungstag des Europarates, entweder in der Woche vor oder derjenigen nach dem 15. September, eine Aktion vor dem Europaparlament in Straßburg geben. Wir werden dabei insbesondere auf die Bedeutung des Rechtes auf eine freie Wahl des Bildungsweges im Zusammenhang mit den Allgemeinen Menschenrechten hinweisen.
Auch in weiteren europäischen Ländern sowie weltweit besteht Interesse, an diesem Tag Informationsveranstaltungen und informelle Zusammenkünfte zu veranstalten.
Zur Ankündigung und Koordination des Internationalen Tages der Bildungs-Freiheit wird von den französischen Homeschoolern gerade eine Website erstellt (http://jipli.free.fr ). Dort können Links zu den Websites anderer Länder und Ankündigungen aller Ereignisse, die sich auf den Internationalen Tag der Bildungs-Freiheit beziehen, in verschiedenen Sprachen veröffentlicht werden.
Angekündigt werden alle Aktivitäten und Veranstaltungen, die zum Thema Bildungs-Freiheit Bezug haben und in zeitlicher Nähe zum Internationalen Tag der Bildungs-Freiheit (also im Monat September) stattfinden werden. Alle Veröffentlichungswünsche sowie Hinweise auf zum Thema passende Veranstaltungen erbitten wir an folgende Adresse zu senden: jipli@free.fr
Bitte teilt / teilen Sie uns mit, welche Aktionen Ihr geplant habt / Sie geplant haben! Art und Größe der Veranstaltung spielen keine Rolle!
Bisher teilnehmende internationale Organisationen:
Les Enfants d’Abord (Frankreich) - www.lesenfantsdabord.org
Learning Unlimited (europaweites englischsprachiges Netzwerk) - www.learning-unlimited.org Choice in Education (Großbritannien)
Aero (USA) - http://www.educationrevolution.org/
Netzwerk Bildungsfreiheit (Deutschland) - www.netzwerk-bildungsfreiheit.de
Institut für Wertewirtschaft (Österreich) - http://wertewirtschaft.org/club
Europäisches Forum für Freiheit im Bildungswesen (europäische NGO) - www.effe-eu.org
Weitere in Deutschland teilnehmende Organisationen:
Initiative für selbstbestimmtes Lernen
Homeschool-Initiative Baden-Württemberg - Bildung und Erziehung in Familien - www.homeschool.de
Erlebnisschule Rhein-Neckar
Initiative deutscher Hausschulfamilien - www.hausunterricht.org
Bundesverband Natürlich Lernen! e. V. - www.bvnl.de
Wir bitten um weiträumige Verbreitung dieser Information und freuen uns über Eure/Ihre Teilnahme!
Mit freundlichen Grüßen,
das ITBF-Vorbereitungsteam:
Leslie Barson
Jennifer Fandard
Jörg Großelümern
Aldona Guenter
Elisabeth Kuhnle
Klemens Lichter
Agnès Ohlenbusch
Claudia Renaud
Valérie Vincent
Sonntag, 29. Juli 2007
Internationaler Tag der Bildungs-Freiheit (ITBF), 15. September 2007
Mittwoch, 25. Juli 2007
Bibeltreue Christen klagen gegen die Schulpflicht in Baden-Württemberg.
Bibeltreue Christen klagen gegen die Schulpflicht in Baden-Württemberg. Das Verwaltungsgericht hat das Urteil vertagt.
Die Schulabschlussfeier ihres ältesten Sohnes brachte bei Irene P. (55) das "Fass zum Überlaufen". Die Absolventen stellten zum Pläsier eine Stunde in katholischer Religion nach. "Das war nur Spott", sagt die Mutter von sechs Kindern. Daraufhin unterrichtete sie die jüngste Tochter, auch Irene mit Namen, zu Hause. Inzwischen geht die Zwölfjährige mit acht weiteren Kindern in die Grund- und Hauptschule Windischenbach - eine Heimschule bibeltreuer Christen. Sie ist weder anerkannt noch genehmigt. Und das ist das Problem. Denn mit dem Unterricht verstößt die Familie P. wie andere Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion, die sich in der Gegend ansiedelten, gegen die Schulpflicht. Anträge auf Befreiung wurden abgewiesen. Irene P. sitzt deshalb neben ihrem Mann Alexander (56) als Klägerin vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart. Den Kindern werde "ausreichende Erziehung und Unterrichtung" zuteil, so ihr Argument.
Rund 40 ihrer etwa 150 Mitglieder starken, baptistischen Gemeinschaft sitzen im Verhandlungsraum - die Jungs mit weißem Hemd und dunkler Hose, die Mädchen im langen Rock. Ihre Anwältin trägt vor: Ihre Mandanten sähen ihr Recht auf religiöse Erziehung verletzt. Die Anfechtungen, denen die Kinder der Evangeliumschristen im staatlichen Schulunterricht ausgesetzt seien, überstiegen das akzeptable Maß. Denn dort habe man sich "von biblischer Ethik und Schöpfungsgeschichte abgewandt".
Stattdessen würde die Evolutionstheorie als bewiesen unterrichtet. Erziehung zu Schamhaftigkeit sei ersetzt durch die Liebe zum Menschen und durch Sexualunterricht. Ihre Kinder, so Irene P., kämen in "Loyalitätskonflikte". Hilflos seien sie Sexualkunde, "Hexengeschichten" und esoterischen Mandalas ausgeliefert. Die Tochter werde nun im "Realschulprofil" unterrichtet, gibt die Anwältin an. Die Fächer sind identisch mit denen an anerkannten Privatschulen; nur stellt sich das staatliche Schulamt die Pädagogen gewiss anders vor: Mathematik und Naturwissenschaften etwa unterrichtet eine medizinisch-technische Assistentin. Inbrünstig bittet die Anwältin Richter Frieder Klein, sich ein Bild vom Leistungsstand der Tochter zu machen. Man sei zu jeder Prüfung bereit. Klein wehrt ab. "Ich sehe die fachliche Voraussetzung der Lehrer nicht." Die Kläger beantragen dennoch, die "pädagogische und fachliche Ausgestaltung des Unterrichts" laut Privatschulgesetz zu untersuchen. Ein Parallelverfahren zur Genehmigung ihrer Schule läuft.
Das Verwaltungsgericht hat am Dienstag sein Urteil über die Schulpflicht des Kindes vertagt.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wissen_und_bildung/aktuell/?sid=605aecc07d21494a628273b24156d6c1&em_cnt=1178756
Wir werden weiterhin tun, was den Menschen gut und nütze ist: Wir beten für alle Menschen und für Obrigkeit, daß wir ein ruhiges und stilles Leben in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit leben können, und daß speziell die Kinder von früh auf die Heilige Schrift lernen, die uns zur Seligkeit unterweist durch den Glauben an Jesus Christus. Wir fordern die Legalisierung und Anerkennung von Heimschule in Deutschland - ohne wenn und aber!
Mehr als eine Million US-Kinder meiden öffentliche Schulen
Immer mehr Kinder bleiben in den USA der Schule fern und lernen Zuhause. In die Rolle des Ersatzlehrers schlüpft in der Regel die Mutter. Nun wollen Politiker das private Unterrichten schärfer kontrollieren und etwas bisher Unvorstellbares einführen: die Schulpflicht. Nach Angaben des nationalen Zentrums für Bildungsstatistik (NCES) haben im Jahr 2003 fast 1,1 Millionen US-Kinder den Schulunterricht im eigenen Wohn- oder Esszimmer genossen. Da die Statistik nur alle vier Jahr aktualisiert wird werden neuere Zahlen erst Anfang 2008 vorliegen. Wegen der wachsenden Beliebtheit des Klassenzimmers im eigenen Haus schätzt die Behörde aber, dass die Zahl mittlerweile bei mehr als 1,5 Millionen liegt und damit fast jeder dreißigste Schüler dem herkömmlichen Schulsystem fernbleibt. Experten glauben, dass sich der Trend beschleunigen wird. In drei Jahren könnte es bereits jeder zehnte Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren vorziehen, die Englischstunde bei der eigenen Mutter zu absolvieren. Zu den starken Verfechtern der Schule in den eigenen vier Wänden zählt Melanie Brown aus Sterling im US-Bundesstaat Virginia. Die frühere Regierungsangestellte gab ihren Job auf, um die beiden Söhne Nicholas und Joshua Zuhause zu unterrichten. Ausschlaggebend war für die 41-Jährige die Erkenntnis, dass "das Schulsystem nicht geeignet ist, das maximale geistige Potenzial unserer Kinder zu heben". Melanie verwendet Lehrbücher des Kinderpsychologen Glen Doman, die nach ihrer Darstellung darauf abzielen, "unentdeckte Teile des Gehirns einzusetzen, von denen wir weniger als zehn Prozent nutzen". Das Ergebnis: Die beiden Jungen sind nach mehreren Jahren Heimschule Gleichaltrigen nicht nur akademisch meilenweit voraus, sondern entwickeln dank des Ehrgeizes der Mutter andere Talente und haben sich bereits als Musiker profiliert. Zusätzlich zu den täglichen sechs Stunden Schulunterricht üben sie drei Stunden Violine. Der zehnjährige Nicholas tritt regelmäßig in ausverkauften Sälen auf und wurde zu Gastauftritten mit dem Nationalen Sinfonieorchester eingeladen. Obwohl viele Eltern vor allem die bessere Förderung der Sprösslinge als Hauptgrund für den Heimunterricht angeben, spielen religiöse Motive eine noch größere Rolle. Mark Porier aus Reston (Virginia) ist gläubiger Katholik und nimmt an der strengen Trennung von Kirche und Staat besonderen Anstoß. Seine sechs Kinder unterrichtet die Mutter, weil Religion in öffentlichen Schulen nicht gelehrt wird. "Wie sollen wir unsere Kinder zu guten Christen erziehen, wenn sie in der Schule nicht die Bibel lesen dürfen?", fragt der 43-jährige Softwareingenieur. Wie aus der NCES-Studie hervorgeht, nehmen fast drei Viertel der Eltern ihren Glauben zum Anlass, um die Kinder von öffentlichen Schulen fernzuhalten. Etwas mehr als zwei Drittel halten die Qualität der staatlichen Einrichtungen für unzureichend. 85 Prozent wollen dem Nachwuchs die "schlechten Einflüsse" ersparen. Dazu zählen vor allem Sex, Drogen und Kriminalität. Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, fünffache Mutter und sechsfache Großmutter befürchtet, dass nur Zuhause unterrichtete Kindern "in den meisten Fällen nicht nur das Rüstzeug fehlt, um später ein Studium zu absolvieren und beruflich zu reüssieren, sondern vor allem die Sozialisierung, die junge Menschen nur durch den täglichen Umgang mit Gleichaltrigen lernen". Die Demokraten wollen nun versuchen, per Gesetz striktere Standards für den Heimunterricht einzuführen. Insbesondere geht es ihnen darum, für Eltern, die Lehrer spielen, Prüfungen vorzuschreiben. Wer diese nicht besteht, könnte dann gezwungen sein, die Kinder in die Schule zu schicken. Einige Demokraten kämpfen im Kongress gar für die Einführung einer allgemeinen Schulpflicht. Michigan ist der einzige Bundesstaat, der beim Heimunterricht ausgebildete Lehrkräfte vorschreibt. Leichtes Spiel werden die Demokraten nicht haben. Der neokonservative Flügel der Republikaner hat seinen Widerstand angekündigt. Am stärksten werden aber die Eltern für ihre Sache kämpfen. Mark Porier sagt: "Meine Kinder bleiben Zuhause, egal was der Kongress bestimmt. Die sollen es nur wagen, mich dann einzusperren."
PETER DE THIER, WASHINGTON
http://www.hnp-online.de/index.php?mode=full&cat=&open=&open_u=&&
Samstag, 21. Juli 2007
Homo-Broschüre der Berliner Schulverwaltung
Was unter anderem in Berlin so alles auf Schüler einströmt ist haarsträubend, indes nur die Spitze eines Eisberges. Vieles dringt garnicht erst so deutlich an die Öffentlichkeit wie dieser Fall. Eine Indoktrination wie hier ist aber leider auch in den meisten anderen Bundesländern gang und gäbe.
Aber diese Fälle verdeutlichen sehr wohl, warum wir als Christen so sehr auf die Legalisierung und Anerkennung von Heimschule drängen.
© JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 28/07 06. Juli 2007
Eine wahre Fundgrube von Skurrilitäten
Bildungspolitik: Kritik an Homo-Broschüre der Berliner Schulverwaltung nimmt zu / FDP stellt Anfrage im Abgeordnetenhaus / Senator kündigt Überarbeitung an
Markus Schleusener
Mieke Senftleben ist glücklich. Endlich hat die Berliner FDP-Abgeordnete ein Thema gefunden, auf das die Medien aufgesprungen sind: eine Broschüre der Schulverwaltung über Homosexualität (JF 27/07).
Seit Jahren müht sich Senftleben, ihre Befähigung als "Bildungsexpertin" unter Beweis zu stellen. Aber obwohl sie bereits seit 2001 im Abgeordnetenhaus sitzt, mußte sie feststellen, wie schwer es ist, sich in der Landespolitik einen Namen zu machen. Zuletzt erntete sie für ihren Vorschlag, "Hitzefrei" in den Berliner Schulen abzuschaffen, nur den Spott der Presse und den Zorn der Schüler.
Doch jetzt hat die studierte Lehrerin im Internet eine 200-Seiten-Broschüre (Auflage 1.500 Stück) gefunden und postwendend eine Kleine Anfrage an den Schulsenator gestellt. Für die B.Z. war das sofort ein Thema, an dem die Boulevardzeitung nicht vorbeikam. Zu plakativ sind die Rollenspiele, die darin für 14- und 15jährige Schüler vorgeschlagen werden.
Beispiel: Alle Schüler setzen sich ein einen Kreis. Per Abzählen werden sie in vier Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen heißen "Lesben", "Schwule", "Hetero" und "Bi". Die Kinder sollen aufspringen und die Plätze wechseln. Dadurch soll, so die Autoren vom Landesinstituts für Schule und Medien (Lisum), unter anderem "die 'Zufälligkeit' der sexuellen Orientierung thematisiert werden". Anm: Weigere Dich, an deisem Spiel mitzumchen. Bleibe stur bei bei "Hetero" sitzen, und laß dich durch nichts bewegen.
Ein anderes Beispiel ist folgende Aufgabe: Die Schüler sollen einen Antwortbrief an Jörg (15) schreiben. Jörg hat einen fiktiven Leserbrief an die Jugendzeitschrift Bravo verfaßt, der da lautet: "Meine Eltern sind seit vier Jahren geschieden, und ich lebe bei meiner Mutter. Wir verstehen uns ganz gut - aber eines hat mich jetzt ganz schön geschockt: Seit einiger Zeit hat meine Ma eine Freundin. Die beiden lieben sich und schlafen auch miteinander. Ich versteh ja, daß meiner Mutter was fehlt, weil sie schon lange keinen Mann mehr hatte, aber warum macht sie jetzt mit einer Frau rum?" Anm: Falls sich ein christlicher Schüler in einer Klasse befindet, wo so ein Schund durchgenommen wird und kann nicht von diesem Unterricht befreit werden, der sollte einen Antwortbrief schreiben, der klar die biblische Position zu solcher Sünde wiedergibt, und das einzige Heilmittel zur Befreiung von Sünde anbietet. Dieser Brief soll dann vor der Klasse gelesen werden. Trakatte für alle Klassenkameraden solltest du beilegen.
Durch ein weiteres Spiel sollen Jungs lernen, wie sie in einer Schwulenbar einen "schnuckeligen" Kerl aufreißen. Denn: "Du könntest einen hübschen Mann in deinem Bett gebrauchen", heißt es in der Anleitung.
Vor allem dieses letzte Beispiel fand Senftleben "völlig unpassend". Schulsenator Jürgen Zöllner (SPD) lenkte nach ihrer Anfrage ein und kündigte eine Überarbeitung der Broschüre an. Auch das herausgebende Institut Lisum versicherte, es werde das Beispiel mit der Schwulenbar ändern. Lediglich der Berliner Lesben und Schwulen Verband ist mit der Broschüre zufrieden und bot Senftleben per Pressemitteilung "Nachhilfeunterricht zur Diskriminierung Homosexueller" an.
Mein Vorschlag: Anstatt die Broschüre zu überarbeiten, sollten man sie zusammen mit all den anderen gottlosen und unmoralischen Schulmaterialien in dieses Gerät füttern:
Studie über die Situation binationaler Partnerschaften
Der Blick auf die Internetseite des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat sich für Senftleben politisch bezahlt gemacht. Und die von ihr bemängelte Broschüre war nur die Spitze des Eisberges. Das Stichwort "Familie" (gehört auch zu Zöllners Ressort) bietet unter dem Punkt "gleichgeschlechtliche Lebensweise" eine wahre Fundgrube von Skurrilitäten. So verrät der "Bericht über die Projekte gleichgeschlechtlicher Lebensweisen, die von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport im Jahr 2005 gefördert wurden", daß Berlin 383.000 Euro ausgibt, um die Arbeit (vor allem das Personal) diverser Schwulen- und Lesbeninitiativen zu bezahlen. Anm: Für 383.000 Euro könnte man in unserem Büchertisch ca. 38.700 Schulbibeln kaufen! Oder knapp 20 Millionen Traktate mit dem Evangelium. Man sollte das Geld in Dollar umtauschen (1 Euro = $1.38) und in ein Sparkonto mit 5.36% Zinsen anlegen oder im meist preiswerteren Dollarraum einkaufen. Als Deutscher in den USA könnte ich gerne zeitweise nach Berlin zurückkommen und in Euro verdienen, um dann anschließend wieder in Dollar umzutauschen. Das ist ein Wertschöpfungsmaschine.
Oder daß die Stadt (Wowereit: "arm, aber sexy") Geld für 69-Seiten-Studien über so wichtige Probleme wie die "Situation binationaler lesbischer und schwuler Partnerschaften" übrighat. Oder wie sehr Zöllners Vorgänger Klaus Böger das Schicksal von transsexuellen jungen Menschen am Herzen lag, denen seine Verwaltung eine weitere 200seitige Broschüre gewidmet hat.
Es gibt also noch viel zu tun für die Abgeordnete Mieke Senftleben.
http://www.jf-archiv.de/archiv07/200728070666.htm
Die Berliner Schulverwaltung kann sich gerne auch die Broschüren und Materialien im pdf-Format herunterladen, die wir auf GuteBotschaft.com zur Verfügung stellen. Wir bieten dort schon seit längerem ein Merkblatt mit dem Titel: Was sagt die Bibel zur Homosexualität?
Freitag, 13. Juli 2007
Zivilisationskrankheiten: Gibt es eine Heilung?
1. Krebs
Ich bin erschrocken, wieviele Menschen an Krebs leiden. Diese Krankheit frißt um sich und greift m. E. immer mehr junge Leute an. Auch Babies sterben an Krebs. Die Karzinogene (Strahlung, Viren, Chemikaline, Sonnenlicht etc.) verändern den genetischen Bau der Körperzellen, so daß sie unreguliert wachsen und sich im Körper ausbreiten. Jedoch ist das menschliche Immunsystem fähig, Krebszellen zu zerstören bevor sie sich weiter ausbreiten. Krebstherapie geschieht meist durch Bestrahlung und Chemotherapie. Aber sind das die einzigen Wege zum Sieg über den Krebs?
Eine selten gestellte Frage in unserer Zeit lautet: Warum wird sich über Krebstherapie mit Laetril (auch Vitamin B17 oder Amymdalin) totgeschwiegen?
Einfuhr und Handel mit diesem Stoff sind in Deutschland und USA verboten. Hier in den USA machen Krebspatienten die Reise nach Mexiko, wo legal mit Laetril behandelt wird. Die amerikanische Food & Drug Administration will den Stoff nicht anerkennen. Offiziell mangels wissenschaftlicher Beweise für erfolgreiche Heilung. Aber hier scheiden sich die Geister. Eine wirklich genaue Prüfung von Laetril hat es nie gegeben, weil Laetril ein natürlich vorkommender Stoff ist, der sehr stark in Aprikosenkernen vorkommt. Im Klartext: Die mächtige Pharmaindustrie wird an Laetril nichts verdienen, denn es handelt sich um kein aufwändiges patentierbares Präparat. Deshalb wird Therapie mit Laetril offziell immer als "Quacksalberei" bezeichnet, aber in hoffnungslosen Krebsfällen ist selbst die Schulmedizin in den USA hingegangen und hat bei Patienten im Endstadium doch noch Laetril als "letzte Hoffnung" verabreicht. Aber da war es dann zu spät. Man sollte sich also näher mit Laetril auseinandersetzen anstatt vorschnell die Scheuklappen anzuziehen.
Zu diesem Thema gibt es ein Buch mit dem Titel:
Eine Welt ohne Krebs. Die Geschichte des Vitamin B17 und seiner Unterdrückung
von G. Edward Griffin
Griffin behandelt alle Details über Krebstherapie und -vorbeugung (!) mit Laetril. Dieser Stoff wurde von einem amerkanischen Arzt, Dr. Ernst Krebs, entdeckt. Laetril enthält u. a. Blausäure. Es wird behauptet, daß ein Enzym (Beta-Glukosidase), das sich dort häuft, wo sich die Krebszellen befinden, das Laetril spaltet. Die beiden freigesetzten Giftstoffe (Hydrogenzyanid und Benzaldehyd) verbinden sich synergetisch und bilden ein Supergift, welches um ein Vielfaches stärker ist als beide Substanzen im isolierten Zustand. Dank der selektiven Toxizität des B 17-Moleküls findet die Krebszelle ihren chemischen Tod. Das Enzym Rhodanese übernimmt hierbei eine Kontrollfunktion. Es kommt im Körper nur in geringerem Maß vor, allerdings mit einer Besonderheit: Es ist zwar im ganzen Körper anzutreffen, nicht aber an krebsbildenden, bzw. krebsbefallenen Stellen! Wenn B 17 mit gesunden Zellen in Berührung kommt, entgiftet Rhodanese das Zyanid (aus der Blausäure) und oxidiert die Benzaldehyd-Gruppe, was natürlich bedeutet, dass das B 17 mit haarscharfer Präzision nur an krebsbefallenen Stellen zum Einsatz kommt und nicht an gesundem Gewebe.Die beiden Nebenprodukte, die durch die Reaktion mit Rhodanese entstehen, nämlich Thiocyanat und Benzoesäure, begünstigen die Anreicherung gesunder Zellen mit Nährstoffen. Zu große Mengen dieser Nebenprodukte scheidet der Körper mit dem Urin aus.
Auch zur Vorbeugung gegen Krebs wird Laetril empfohlen, da Krebs als das Resultat einer Mangelerscheinung gesehen wird. Das Immunsystem braucht das nötige Material, um Krankheiten abzuwehren. Mangelt es aber an wichtigen Stoffen wie etwa dem Vitamin B17, dann hat der Körper nicht das nötige Material, die Krebszellen zu bekämpfen.
Die Pharmaindustrie und große Teile der anerkannten Medizin kritisieren die Laetril-Therapie, weil sie angeblich zu Blausäurevergiftungen führen kann. Aber das heißt nicht, daß Laetril unwirksam ist. Wenn Aprikosenkerne verkauft werden, muß immer auf die Gefahr des Blausäuregehalts hingewiesen werden.
Bittere Aprikosenkerne kann man zum Verzehr zur Vorbeugung von Krebs kaufen. Einfuhr und Handel mit dem reinen B17 ist nicht legal. Auch Apfel- Pflaumen- und Traubenkerne oder Hirse enthalten Laetril. Dr. Ernst Krebs empfiehlt 8-10 Aprikosenkerne pro Tag zur Vorbeugung.
Das Heilmittel für Krebs mag kein komplexes chemisches Präparat von der Pharmaindustie sein. Wir entwickeln uns zu einer Gesellschaft, die sich am Tropf einr übermächtigen Industrie befindet. An Laetril wird die Pharmaindustrie nichts verdienen. Also wird dieses Mittel nicht weiter verfolgt. Mich stört ebenso, daß die Lebensmittelindustrie ebenso von nur wenigen übermächtigen transnationalen Konzernen beherrscht werden: Kraft und Nestle. Und wir alle wissen, was die Internationalisten für eine Bevölkerungspolitk wollen. Sie reden von Überbevölkerung und schwärmen von einer idealen Erdbevölkerung von 500 Millionen ansatt 6,5 Milliarden. Auch aus diesem Grunde - neben vielen anderen Gründen - bin ich ein Globalisierungsgegner. Wird der Krebs durch ein so einfaches und natürliches Mittel wie Laetril besiegt, dann wird die Erde aber richtig voll.
Während Laetril vorschnell als "Giftmischerei" und "Quacksalberei" verurteilt wird und stets auf Fälle von Blausäurevergiftung hingewiesen wird, hat die Pharmaindustrie plötzlich keinerlei Bedenken, wenn Kindern mit Ritalin vollgestopft werden, um jeden Zappelphillip in einen abhängigen Zombie zu verwandeln. Beim Alkohol sollte man vielleicht genauso streng sein wie beim Laetril. Immer wieder kommt es zu Alkoholvergiftungen nach Saufgelagen und tödlichen Verkehrunfälle aufgrund zu hohen Alkoholkonsums. Dann sollte man Alkohol genauso ächten wie Laetril oder den Handel damit komplett untersagen. Hier wird leider mit zweierlei Maß gemessen.
2. Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit/ohne Hyperaktivität (ADS, ADHD).
Mangelnde Aufmerksamkeit und Hyperaktivität wurden erst in den letzten Jahren zur Krankheit erklärt. Früher habe ich nie etwas von ADS gehört. Ich hätte es mit ABS beim Auto verwechselt. Der Arzt Heinrich Hoffmann schrieb schon in seinem Buch Struwwelpeter über den Hanns Guck-in-die-Luft (Aufmerksamkeitsdefizitstörung) und den Zappel-Philipp (Hyperaktivität). Dr. Hoffmann hätte aber sicherlich kein Gift wie Ritalin oder andere Stimulanzien verabreicht. Was Hoffmann verabreicht hätte, ist in Deutschland seit November 2000 gesetzeswidrig. Aber wir gehorchen Gott Mehr als den Menschen. Apg. 5:29. Das Heilmittel für so manche Fälle von ADS oder ADHD wächst an vielen Sträuchern im Garten. Die Rute wirkt besser als Ritalin. Ein Arztbesuch und der Gang zur Apotheke erübrigt sich damit. Das Ursache für ADS ist nicht nur ein "chemisches Ungleichgewicht" oder ein "Stoffwechselproblem im Gehirn". Es mag die Torheit des Herzens sein, die sündhafte Natur des Menschen. "Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, ihm selbst gelassen, schändet seine Mutter." Sprüche 29:18. "Wer seine Rute schonet, der hasset seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtiget ihn bald." Sprüche 13:24. "Torheit steckt dem Knaben im Herzen; aber die Rute der Zucht wird sie ferne von ihm treiben." Sprüche 22:15. Bei vielen Erwachsenen von heute, ist die Torheit nie im Knabenalter ausgetrieben worden. Das ist beunruhigend.
Wir ruinieren Kinder, wenn wir sie mit verhaltensmanipulierenden Medikamenten und Antidepressiva aufputschen, um angebliche Störungen zu beheben. Das Züchtigen mit der Rute wird heute als "Gewalt" misinterpretiert, aber das Vollstopfen mit giftigen Chemikalien ist normal. Diese Medikamente haben nur eine begrenzte Wirkzeit. Danach kommt der Rückschlag. Dieser Kinde wachsen mit dem Bewußtsein auf, daß man zuerst etwas schlucken muß, um überhaupt in der Gesellschaft produktiv teilzunehmen. Die ADS-Medikamente sind die Einstiegsdrogen. Erst seitdem unsere Gesellschaft so hektisch und schnelllebig geworden ist mit all ihrer Reizüberflutung und pausenlosen Medienberieselung hört man diese Geschwätz über ADS/ADHD. Wenn ein Kind selten an die frische Luft kommt, ständig fernsieht, ständig Videospiele spielt, nur konsumiert und nicht mal zum Schwitzen kommt, dann sind Krankheiten und Störungen zu erwarten. Aber die Leute sind so hektisch und schnelllebig, daß man mit ihnen oft nichts mehr anfangen kann. Je mehr Kinder produktiv sein können und dann mit sich selbst zufriedener sein können, desto weniger Probleme haben sie mit all diesen neuen "Mode-Erkrankungen" wie ADS. Kinder müssen im Elternhaus lernen, daß negatives Benehmen kontraproduktiv ist. Eltern wachen darüber, welche Vorlieben sie in ihren Kindern erwecken. Kinder müssen von den Eltern bedingungslose Liebe aber auch Strenge erfahren. Liebe darf Strenge nicht ausschließen. Strenge darf Liebe nicht ausschließen. Gottes Liebe u. Strenge ist unser Beispiel, Römer 11:22, Hebräer 12:6-11. Die gottlose Welt hat Probleme, Liebe u. Strenge zu vereinen. Aber so ist Gott. Jesus Christus hat eben diese zweifache Natur: Retter/Richter, Lamm/Löwe, Kreuz/Krone, Leiden/Herrlichkeit etc.
In früheren Zeiten wurden Kinder armutsbedingt zu früh ins Arbeitsleben gezwängt. Heutzutage schwappen wir ins Gegenteil über. Man hat eine weitere "Zivilisationskrankheit" namens Pubertät erfunden, wo es auf einmal "normal" ist, sich wie ein Geistesgestörter zu benehmen, und die jungen Leute kommen viel zu spät ins Arbeitsleben. In Gottes Wort finde ich nicht sehr viel über Pubertät. Wenn 13-18jährige in freche Rebellion ausbrechen, ist das falsch und ungehorsam gegenüber Gott.
Hier ist meine Beobachtung: Wenn meine 3jährige Tochter eine schlechte Einstellung hat, dann gebe ich ihr einen kleinen Arbeitsauftrag. Etwas aufräumen. Etwas reinigen. Etwas ordnen. Traktate in einen Briefumschlag stecken. Ist die Arbeit erledigt, dann hat meine Tochter eine positive, dankbare, freudige, liebevolle Einstellung. Kinder und Jugendliche brauchen scheinbar eine Aufgabe, eine Arbeit. Das sollte mit der Hausarbeit beginnen. Da sollte man allmählich Verantwortung übertragen. Dann wissen die Kinder wenigstens, daß sie gebraucht werden. Wer pausenlos fernsieht, wird nicht gebraucht. Wer sich nutzlos vorkommt, weil er nur Konsument ist, bei dem staut sich der Frust auf. Da mag sich der Stoffwechsel im Hirn ändern, aber das ist nicht die Ursache. Das Problem ist nicht durch Beigabe eines Produkts der Pharmaindustrie zu lösen. Das Problem wird ohne Pharmaindustrie gelöst. Die brauchen keinen Cent dran zu verdienen. Wer nur Schund aus der Glotze konsumiert oder ununterbrochen an einem Videospiel flitscht, der hat keine Aufgabe. Das Kind vegetiert vor sich hin und ist unproduktiv und deshalb unzufrieden mit sich. Die Lösung des Problems ist also nicht Ritalin oder ein starkes Antidepressiva. Wie wäre es mit konstruktiven, produktiven und gesunden Aktivitäten. Es schadet auch nicht zu schwitzen. Laut 1. Mose 3:19 ist es sogar lebensnotwendig. Wir sollen usner Brot im Schweiß des Angeischts essen. Wer aufhört zu schwitzen und in Bequemlichkeit lebt, der ist Top-Kandidat für noch mehr Zivilisationskrankheiten wie Herzkrankheiten oder Zuckerkrankheit. Schwitzen scheint den Körper zu entgiften und ist iinsofern gesund, solange wir genügend Wasser nachliefern.
In vielen Kirchen macht sich ADS bemerkbar. Je mehr die Menschen auf visuelle Impulse programmiert sind, desto unfähiger sind sie, einer Predigt zuzuhören. Die Leute nehmen immer mehr durch Schauen wahr als durch Hören. Zuhören will gelernt sein. Gehorsam, gehorchen hat mit horchen und hören zu tun. Ich habe Gemeinden erlebt, wo Familien waren, die keinen Fernseher hatten, wo Familienandacht gemacht wird und Kinder zu Hause unterrichtet werden. Dort merke ich, sind die Leute noch fähig, aufmerksam zuzuhören. In Gemeinden, wo keine Standards existieren und die Leute weltlich-gesinnt leben, da geht nach ca 20 Minuten die Aufmerksamkeit weg. Dann raschelt es, dann gähnt und stöhnt es, dann werden die Leute zappelig und wibbelig. Da wo Menschen eine ruhigere und stillere Lebensweise haben und sich mit konstruktiven Aktivitäten beschäftigen, verschwindet ADS aufeinmal.
Anstatt Ritalin und andere Gifte einzunehmen, sollten Kinder in einem Heim ohne Glotze und Videospiele etc aufwachsen. Glotzen schadet. Berieselung stumpft ab und "Aufmerksamkeitsdefizit" ist die logische Störung. Glotze ist einseitge Kommunikation, weil man nur einseitig Empfänger einer Botschaft ist (Einbahnstraße), aber kein Dialog stattfindet. Wer also nur einseitige Berieselung gewöhnt, der hat Schwierigkeiten beim Dialog.
Kinder werden schlimmer behandelt wie Hunde. Hundebesitzer sehen zu, daß ihr Vierbeiner genügend Auslauf an der frischen Luft bekommt. Kindern wird diese Gelegenheit verwehrt. Was bin ich froh, daß ich in meiner Kindheit nach Herzensbelieben mit dem Fahrrad durch den Wald fahren konnte. Genauso sieht es bei der Ernährung aus. Der Hundebesitzer kauft das Hundefutter, das seinen Hund gesund erhält, Knochen, Muskeln und Herz stärkt und ein langes Hundeleben gewährt. Was machen die Menschen und speziell bei Kindern? Die Verkaufsregale in den Supermärkten sind gespickt voll mit allem, um einem Kind faule Zähne, Fettleibigkeit, Freßsucht, Zuckerkrankheit und andere Probleme zu bescheren. Servieren sich doch lieber ihrem Hund eine Mischung aus Chips, Gummibärchen, Süßigkeiten, McDonalds, saftlosem "Saft", Limo, etc. Sie werden Hundesteuer sparen!
Aufräumaktion für Vorurteile
Jesus.de hegt und pflegt Vorurteile gegen Heimschule. Hier eine Reaktion von mir auf Rolf Krügers Blog. Ich weiß nicht, warum dieser Blog auf einer angeblich christlichen Seite existiert. Die Standpunkte entsprechen einem bibelfremden, politisch korrekten Weltbild.
Also die Verknüpfung von "christlichen Schulverweigerern" und Islamisten ist ziemlich weit hergeholt. Es geht einfach nur um Bildungsfreiheit, Glaubens- und Gewissensfreiheit. Diese Freiheit steht in unserer entchristlichten Gesellschaft unter Beschuß durch einen Obrigkeitsstaat, der die Hoheit über die Kinderbetten beansprucht und die Eltern fast überflüssig gemacht hat. Darum werden bewährte Elternrechte durch das Trojanische Pferd "Kinderrechte" ersetzt, die ja nun ein Blankoscheck für x-beliebige staatliche Interventio ist. Das endet dann so wie im Fall Melissa Busekros, wo ein 15jähriges christliches Mädchen von einem Dutzend Polizisten und Sozialarbeitern im Auftrag des Jugendamts zwangsweise abgeholt und in eine Psychiatrie gezwängt wird. Hier reißt der Staat mitwillig Familien kaputt. Wie lieblos und rücksichtslos. Aber Piefke will seine braune Schulbesuchspflicht auf Biegen und Brechen durchsetzen. Dabei soll Piefke mal lernen, sein eigenes Schulgesetz zu achten. Da steht, daß Ehrfurcht vor Gott oberstes Erziehungsziel in den Schulen ist. An welcher Schule ist das heute noch Realität? Ausnahmen bestätigen die Regel. Melissa Busekros ist selbständig zu ihrem 16. Geburtstag nach Hause gegangen. Das war die Blamage für das Erlanger Jugendamt, das böswillig versuchte, sich in eine Familie einzumischen und gläubige Christen als psychisch gestört darzustellen. Erlangen, nein danke! Wenn man betrachtet, wieviele Bildungswerke in den USA Lehrmaterialien anbieten für Heimschule, dann sieht man, daß es sich lohnt, Heimschule zu legalisieren, damit Eltern-Lehrer die besten Ressourcen für Heimschule bekommen. Es ist schade, daß so viele Deutsche diesen Zug verpassen oder dafür bestraft werden, wenn sie doch einsteigen. Man kann sich aus mangelnder Sachkenntnis noch so sehr über Heimschule lustig machen, aber es ist jetzt Zeit, die Zeichen der Zeit zu erkennen und Bildungsfreiheit zu realisieren, damit sich deutsche Behörden nicht noch mehr blamable Patzer (Paderborn, Zwölf Stämme, Hessen, Hamburg etc.) leisten.
Rolf Krüger hegt und pflegt zwei der größten Vorurteile gegen Heimschule.
1. Die Sache mit der Integration:
Krüger schreibt: "Mit jedem Schritt, den sie aus christlichen Motiven auf ihrem Weg hin zum Homeschooling erkämpfen, torpedieren sie gleichzeitig die jahrelangen Bemühungen um Integration der Einwanderer und die Eindämmung der gesellschaftsfeindlichen Kräfte, die es unter den muslimischen Mitbürgern leider immer noch gibt."
Krüger unterstellt eine Verbindung zwischen Homeschooling und Islamismus. Diese Verbindung ist das Produkt einer Langstrecken-Phantasiereise. Anders gesagt: Integration wird niemals stattfinden, solange die Schulpflicht mit vierstelligen Zwangsgeldern, Beughaft, Polizeieinsätzen, Zwangszuführung, Kontosperrung, Zwangsvollstreckung oder Sorgerechtsentzug den Bürgern aufgedrängt wird, ohne daß deren Überzeugungen geachtet werden. Man kann auch nicht alles integrieren und vermischen. Wenn ich manche Chemikalien zusammenmische, dann gibt es keine harmonische Integration sondern eine chemische Reaktion, die zu einem großen Knall führt. Das habe ich in öffentlichen Schule im Chemieunterricht bei Experimenten am Bunsenbrenner gelernt. Die politisch korrekte Einbildung von Integration ist ein Phantasieprodukt fernab der Realität. Eine durch Zwang herbeigeführte Integration nach dem Motto "Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein" lehne ich konsequent ab. Ich will nur ein ruhiges und stilles Leben in Gottseligkeit und Ehrbarkeit. 1. Timotheus 2:1,2. Mehr nicht aber auch nicht weniger.
2. Die Sache mit dem Salz in der Suppe
Ein weiteres Vorurteil, das Rolf Krüger gegen die Homeschooler hegt, ist der Mythos von den christlichen Kindern als das Salz der Erde und das Licht der Welt an den öffentlichen Schulen. Die Wahrheit ist: Die Welt missioniert die Kinder schneller, als daß die christlichen Kinder die Welt missionieren. Rolf Krüger lamentiert: "Auch wenn mit dem Zusammenscharren der aktiven Christen in separaten Bildungsstätten natürlich wieder Salz in der Suppe der glaubensfernen Gesellschaft verloren geht." Wenn Krüger wirklich daran interessiert ist, daß das Salz in der Suppe bleibt, dann möchte ich fragen: Wieviele Deutschland-Missionare unterstützt seine Gemeinde? Was tut er persönlich zur Verbreitung des Glaubens? Treibt er irgendeine Form der Evangelisation? Verteilt er z. B. Traktate? Predigt er öffentlich? Steht er an viel befahrenen Straßen mit einem Bibelvers-Banner oder Sandwich-Schild? Es ist einfach, die Verantwortung für den Missionsbefehl auf die Kinder abzuschieben. Hier ist die Wahrheit: Viele Kinder in jungen Jahren sind noch nicht bekehrt und sind daher noch nicht von neuem geboren. Sie sind noch nicht verantwortlich vor Gott. Diese Kinder müssen gelehrt werden (5. Mo. 6:7, vermahnt werden (Eph. 6:4), gewöhnt werden (Spr. 22:6) und von Kind auf die Schrift wissen, die sie zur Seligkeit unterweisen durch den Glauben an Christum Jesum (2. Tim. 3:15). Geschieht das auch so? Wie könnnen sie dann von Kindern erwarten, daß sie das Salz der Erde und das Licht der Welt sind, wenn sie noch nicht einmal die Grundlagen des Glaubens verstehen und selber noch nicht aus freiem Entschluß sich Jesus Christus hingegeben haben? Ich wollte erst dann öffentlich für Jesus zeugen, nachdem ich durch Gottes Gnade gerettet wurde. Vorher hätte ich nicht von Jesus zeugen können, denn ich kannte ihn nicht. Ich kann nicht von etwas zeugen, das ich nicht erfahren haben. Dann wäre ich ein falscher Zeuge.
Nur die Kinder und Jugendlichen, die Jesus Christus als ihren Herrn aufgenommen haben und von neuem geboren sind (Joh. 1:12,13) können wirklich dafür sorgen, daß das "Salz in der Suppe bleibt", sofern sie dem Wort Gottes gehorchen. Das können sie aber nicht von jedem neugeborenen Kindlein im Glauben (1. Pe. 2:2, Heb. 5:11-14) erwarten. Wer gerade erst an Christus gläubig geworden ist, kann meist nicht gleich einen Biologielehrer über die Wahrheit der Schöpfung aufklären und eien Vortrag über die Sintflut halten. Als ich gläubig wurde, war ich in der 12. Klasse. Da war die Schule fast vorbei. Ich hatte fast null Bibelkenntnis. Ich habe oft biblische Überzeugungen in meine Aufsätze fließen lassen, in den Freistunden in der Euskirchener Innenstadt Traktate anonym verteilt. Was eher für Jesus zeugte, waren nicht die Dinge, die ich getan habe, sondern vielmehr die Dinge, die ich nicht getan habe: Ich meidete Parties, Kliquen und Diskotheken. Aber ich war ein damals ein geistliches Riesenbaby und bin gestrauchelt, weil ich als Christ allein war. Es hat ein ganzes Jahr gedauert, bis daß ich erst einmal Kontakt zu anderen Christen bekam. Je reifer und tadelloser ein gläubiger Schüler ist, desto mehr kann er im Glaubenskampf an den Schulen ausrichten. Andernfalls ist dieser Kampf zu hart und man wird verwundet.
Deshalb lehrt die Bibel Absonderung. Man kann das Heilige nicht bewahren, indem man es mit dem Unheiligen vermischt. Deshalb sollten Kinder nicht in eine öffentliche Schule gesteckt werden, wo sie schon in zartem Alter mit dem Schmutz einer sündigen Welt konfrontiert werden, ihre Unschuld verlieren und von dann von der Sünde verführt werden und seelischen Schaden zugefügt bekommen, der sich auf die Ewigkeit auswirkt. Kinder sollen ohne unheilige Optionen aufwachsen,damit in ihnen ein gesunder Apetit für das Gute erweckt wird, und damit sie einfältig auf Gott fixiert werden, so daß sie dann später nicht vom Weg Gottes ablassen. So wird viel eher gewährleistet, daß das "Salz in der Suppe" anstatt wehlose Kinder in der Grundschule oder Unterstufe mit Sexualverziehung und Aufhetzung gegen Bibel und Glaube zu verführen.
Oberster Gerichtshof in den USA schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen
Washington Times Op-Ed: Oberster Gerichtshof schafft gleiche Wettbewerbsbedingungen
Es ist kein Geheimnis, dass Homeschooling zunimmt und Vertrauenswürdigkeit als eine brauchbare Bildungsalternative gewinnt.
Immer mehr Universitäten werben zu Hause unterrichtete Schüler aktiv an; jedes Jahr gibt es ungefähr 50.000 – und mehr Homeschool Absolventen, die Arbeit finden oder zur Universität gehen, und Tausende von neuen Lernmaterialien sind im Laufe der letzten fünf Jahre verfügbar geworden. Inzwischen wächst die Zahl der Homeschooler weiter, um 7 bis 15 Prozent jedes Jahr; immer mehr Bundesstaaten reformieren ihre Gesetze, um die Belastungen von Eltern zu nehmen, die zu Hause unterrichten möchten, und Homeschooler fahren fort, bei nationalen Wettbewerben sowie bei standardisierten Tests hervorzuragen. Kurz gesagt, Homeschooling ist hauptsächlich eine Erfolgsgeschichte.
Jetzt ist Homeschooling zum ersten Mal nach einer Urteilsbegründung durch den Obersten Gerichtshof der USA als eine praktikable Bildungsalternative anerkannt worden. Der Rechtsstreit „Morse v. Frederick“, der kürzlich landesweite Schlagzeilen machte, beschäftigte sich mit der Redefreiheit, und ob eine öffentliche Schule regeln kann, was ein Schüler sagt. Die 5:4 Entscheidung sagte, dass die Schulrektorin, Deborah Morse, die Redefreiheitsrechte des Joseph Frederick nicht verletzte, als sie sein Pro-Marihuana-Transparent mit der Aufschrift "Bong Hits 4 Jesus" abnahm. Der Schüler hatte die Schulordnung verletzt und propagierte ungesetzlichen Rauschgift-Gebrauch.
Obwohl die Homeschool Legal Defense Association mit der Entscheidung in diesem spezifischen Fall übereinstimmt, ist es doch eine Gedächtnisstütze für alle Familien, dass, wenn Ihr Kind in die öffentliche Schule eintritt, Sie als Eltern Ihre Rechte praktisch an die öffentliche Schule abgetreten haben.
Die klarste Erklärung dieser Ansicht wurde durch das 9. Berufungsgericht im Fall Fields v. Palmdale ausgedrückt. Dort heisst es: „Obwohl Eltern ein grundsätzliches Recht haben können zu entscheiden, ihr Kind an eine öffentliche Schule zu schicken, haben sie kein generelles Recht zu bestimmen, wie eine öffentliche Schule ihr Kind unterrichtet.“
Das ist der Grund, warum viele Eltern sich für Homeschooling entschieden haben, besonders jene Eltern, die eine religiöse Weltanschauung haben, weil sie wissen, dass ihre Kinder rein säkulare Werte durch das öffentliche System vermittelt bekommen.
In Morse gegen. Frederick, sagt jedoch Richter Clarence Thomas: "Wenn Eltern nicht einverstanden sind mit den Regeln jener Schulen, können sie Abhilfe in Schulausschüssen oder gesetzgebenden Körperschaften suchen; sie können ihre Kinder an Privatschulen schicken oder sie zu Hause unterrichten (homeschooling); oder sie können einfach wegziehen."
Das ist das erste Mal, dass der Oberste Gerichtshof ausdrücklich Homeschooling als eine akzeptable Bildungsalternative anerkannt hat. HSLDA hat seit 24 Jahren daran gearbeitet, die Rechte der Eltern auf Homeschooling zu fördern und in der breiten Öffentlichkeit voranzubringen.
Nach 24 Jahren ist es erfreulich, die Worte des Obersten Gerichtshofs zu lesen, dass Homeschooling auf dem Spielfeld der Bildung gleichberechtigt mit öffentlichen und privaten Schulen platziert wird. Diese Art der Anerkennung ist außerordentlich bedeutend für die Homeschool Bewegung.
Dies ist ein weiterer Schritt auf dem langen Weg, um Homeschooling zu dem Punkt zu bringen, dass wenn immer die Begriffe öffentliche Schule, private Schule oder Homeschool in demselben Satz gebraucht werden, sie alle als Mainstream Bildungsalternativen gesehen werden.
Homeschooling ist eine moderne Bildungserfolgsgeschichte, und HSLDA drängt alle Eltern, ihre Bildungsoptionen sorgfältig in Betracht zu ziehen. Homeschooling sollte an vorderster Front und im Zentrum stehen, weil es eine praktikable Alternative ist, die Hunderttausenden von Kindern geholfen hat, sich zu reifen und produktiven Bürgern zu entwickeln.
Mike Smith, Präsident von HSLDA
Orignal http://www.hslda.org/docs/news/washingtontimes/200707100.asp
Übersetzung : Jörg Großelümern
Donnerstag, 12. Juli 2007
Ein verbotenes Erfolgsmodell
Brian Ray, Direktor des Nationalen Hausschulforschungsinstituts (USA) im Interview über Hausschulen - Die Welt missioniert unsere Kinder offenbar effektiver, als unsere Kinder die Welt missionieren können."
In den USA werden rund zwei Millionen Kinder zu Hause unterrichtet. In Deutschland ist das verboten. Tun Eltern es trotzdem (zwischen 2.000 und 3.000 Kinder sollen eine "Hausschule" besuchen), müssen sie wie jüngst in Paderborn sogar mit Haftstrafen rechnen. Denn ein Gesetz aus nationalsozialistischer Zeit hat die allgemeine Schulpflicht 1938 in einen Schulzwang verwandelt. Der weltweit führende Experte zum Thema häuslicher Unterricht ist der US-Amerikaner Dr. Brian Ray, Direktor des Nationalen Hausschulforschungsinstituts in Salem (Oregon). Im Gespräch mit Marcus Mockler erläutert er, warum diese alternative Bildungsform in Amerika so viel Erfolg hat.
idea: Herr Dr. Ray, warum ist Hausunterricht in den USA so beliebt?
Ray: Aus sehr unterschiedlichen Gründen. Der Einstieg ist für die meisten Eltern Unzufriedenheit mit dem, was an öffentlichen Schulen passiert. Sie wollen beispielsweise nicht länger zusehen, wie ihr Kind dort von anderen geschlagen wird - und keiner greift ein. Sie wollen nicht, daß ihr Kind einem Lehrer ausgesetzt bleibt, der pädagogisch völlig überfordert ist und dem Kind schadet. Zehn Prozent der Schüler von öffentlichen Schulen in den USA geben an, von einem Lehrer schon einmal sexuell mißbraucht oder sexuell belästigt worden zu sein. Dazu kommt der Druck in einer Schulclique, Alkohol, Drogen oder Sex auszuprobieren. Aus dem allen wollen die Eltern ihre Kinder rausholen. Familien genießen gemeinsame Zeit
idea: Ist das nicht ein wahnsinniger Streß für Mütter und Väter, in den eigenen vier Wänden die Schule zu ersetzen?
Ray: Interessanterweise tritt nach ein paar Monaten der Effekt ein, daß es Eltern wie auch das Kind genießen, mehr Zeit miteinander zu verbringen, sich besser kennenzulernen, füreinander da zu sein. Dann melden die Eltern bald ihre anderen Kinder von der Schule ab, unterrichten alle zu Hause und merken, daß das auch der Geschwisterbeziehung spürbar gut tut.
idea: Gibt es nicht auch häufig Hausunterricht aus ideologischen Gründen - weil man mit religiöser, ethischer und politischer Ausrichtung der Schule nicht einverstanden ist?
Ray: Richtig ist: Immer mehr Eltern sehen es als ihre Aufgabe an, die Kinder selbst zu erziehen und ihnen dabei die Werte zu vermitteln, die sie selbst für wichtig halten. Darunter sind viele Christen - aber auch Atheisten, Mormonen, Muslime und Juden tun das. Sie fragen sich: Warum lassen wir unsere Kinder jeden Tag mehrere Stunden durch andere Menschen prägen, die vielleicht ein ganz anderes Weltbild und Wertesystem haben? Warum prägen wir sie nicht selbst? Hausschüler leben nicht isoliert
idea: Wie viele Eltern von Hausschülern sind entschiedene Christen?
Ray: Rund 70 Prozent der Eltern würden sich vermutlich so einstufen. Christen sind hier eindeutig überproportional stark vertreten.
idea: Manche Christen in Europa lehnen Hausunterricht nicht zuletzt deshalb ab, weil sie sagen: Wir sollen als Christen Salz und Licht in dieser Welt sein - und unsere Kinder sollen an der Schule Zeugen für Jesus Christus sein. Schaden wir dem christlichen Zeugnis nicht, wenn wir die Kinder von der Schule abziehen?
Ray: Zuerst muß man sagen: Hausschüler gehen zwar nicht mehr in die öffentliche Schule, aber sie haben selbstverständlich weiterhin vielfältig Kontakt auch zu anderen Kindern - etwa im Sportverein oder in einem Chor oder im Verbund mit anderen Hausschülern, unter denen ja keineswegs alle Christen sind. Deshalb ist auch die Sorge, daß durch Hausunterricht Parallelgesellschaften entstünden, durch die Erfahrung nicht gedeckt. Unsere Zahlen belegen: Hausschüler sind später stärker ehrenamtlich engagiert als andere Schüler, sie beteiligen sich häufiger an Wahlen, schreiben mehr Leserbriefe, werden seltener kriminell usw.
Wie Kinder "missioniert" werden
idea: Aber als kleine Missionare an den Schulen fallen Hausschüler aus ...
Ray: Das stimmt. Jesus hat die Last der Mission auch nicht zuerst Grundschülern, sondern Erwachsenen auferlegt. Außerdem werden die missionarischen Chancen, die Kinder haben, doch sehr überschätzt. Wenn ich bedenke, wie viele erwachsene Christen in Führungspositionen kaum die Chance nutzen, zu Mitarbeitern und Kunden über Jesus Christus zu sprechen - was muten wir da unseren Kindern zu, die in ihren Schulklassen die großen Missionare sein sollen? Es läuft laut Untersuchungen leider genau umgekehrt: Schüler aus christlichem Elternhaus verhalten sich statistisch kaum anders als andere Schüler, wenn wir das an Themen wie Alkohol- und Drogenmißbrauch oder vorehelichem Geschlechtsverkehr festmachen. Die Welt missioniert unsere Kinder offenbar effektiver, als unsere Kinder die Welt missionieren können.
idea: Wie schneiden Hausschüler im Vergleich zu anderen Schülern ab?
Ray: Ihre Ergebnisse sind im Durchschnitt 15 bis 30 Prozent besser als die von Kindern und Jugendlichen, die eine öffentliche oder private Schule besuchen.
Erfolgsgeheimnis: Individueller Unterricht
idea: Wie erklären Sie sich das?
Ray: Das ist ganz einfach. Ab und zu veranstalte ich Fortbildungen für Lehrer. Dort stelle ich immer mal wieder folgende Fragen: Was hielten Sie davon, Klassen mit nur drei oder vier Schülern zu haben? Was hielten Sie davon, auf die Lerngeschwindigkeit jedes einzelnen Kindes Rücksicht nehmen zu können? Wie wäre es, ein Kind in seinem stärksten Fach wie einen Gymnasiasten, in seinem schwächsten wie einen Hauptschüler zu behandeln? Wie wäre es, erst dann zur nächsten Lerneinheit überzugehen, wenn die aktuelle Einheit auch wirklich verstanden wurde? Und immer kommt dieselbe Antwort der Lehrer: Das wäre absolut wünschenswert. Und sehen Sie: Genau das leistet der Unterricht zu Hause.
idea: Wie kann das Hausunterricht leisten, wo doch die meisten Eltern keine pädagogische Ausbildung haben?
Ray: Die Untersuchungsergebnisse zeigen, daß pädagogische Ausbildung nicht das entscheidende Kriterium ist. Motivierte Eltern können hier offenbar mehr erreichen als Pädagogen, die sich gegen die Größe der Klassen und andere Probleme des Schulsystems nicht wehren können.
idea: Liegt das gute Abschneiden der Hausschüler vielleicht daran, daß ihre Eltern überragend gebildet und finanziell wohlsituiert sind?
Ray: Das dürfte nur zu einem geringen Teil eine Rolle spielen. Unsere Ergebnisse zeigen, daß bislang Eltern, die zu Hause unterrichten, etwas überproportional weißer Hautfarbe sind und im Durchschnitt einen etwas höheren Schulabschluß haben. Finanziell sind sie aber absolut durchschnittlich. Chance für Unterprivilegierte
idea: Hausschule spielt sich also nicht nur in elitären Familien ab?
Ray: Nein, der Trend geht in die Gegenrichtung: Immer mehr Schwarze und Einwanderer aus Mittelamerika entscheiden sich für den Hausunterricht. Beachten Sie dabei folgende Auswirkung: In öffentlichen Schulen bestimmt der soziale Status der Eltern stark das Abschneiden ihrer Kinder. Das finden Sie ja auch in Deutschland. Bei Kindern, die zu Hause unterrichtet werden, hängt die Leistung in viel geringerem Maße vom sozialen Status der Eltern ab. Im Klartext: Ein Kind aus einer einkommensschwachen schwarzen Familie erreicht mit hoher Wahrscheinlichkeit einen besseren Schulabschluß, wenn es zu Hause unterrichtet wird, als wenn es eine öffentliche Schule besucht.
idea: Für die Vermittlung des Grundschulwissens würden sich die meisten Eltern fit genug fühlen. Aber sind viele nicht mit den Lehrplänen von Geschichte in der 9. Klasse oder Physik in der 11. Klasse völlig überfordert, weil sie selbst kaum etwas davon wissen oder alles vergessen haben?
Ray: Das ist natürlich ein Problem. Deshalb ist der Begriff Hausschule gerade bei älteren Kindern auch irreführend. Denn tatsächlich bilden sich überall in den USA neue Verbünde. Da kommen in der Nachbarschaft einmal in der Woche die Kinder zusammen, um sich von einer Biologie-Expertin unterrichten zu lassen, ein andermal treffen sie sich für physikalische Experimente. Der Unterricht findet also nicht ausschließlich zu Hause statt, es entwickeln sich neue Formen von Kooperationen. Das eigene Heim ist die Basis, aber für bestimmte Fächer und bestimmte Leistungsniveaus nutzt man den Verbund, sucht sich ehrenamtliche oder professionelle Lehrer für mehrere Kinder. Das funktioniert - aber dabei können die Eltern weiterhin frei entscheiden, von wem sie wie lange ihre Kinder unterrichten lassen.
Erfolg schafft guten Ruf
idea: Hatte Hausunterricht in den USA immer einen guten Ruf?
Ray: Überhaupt nicht. Vor mehr als 20 Jahren gab es noch US-Staaten, die das ausdrücklich verboten und Eltern inhaftierten - ähnlich, wie das momentan in Deutschland geschieht. Aber inzwischen ist die Schule zu Hause sehr anerkannt, weil sie auch hervorragende Schüler hervorgebracht hat.
idea: Wir danken für das Gespräch.
Bibel-Lehre statt Sexualkunde
In Deutschland können es sich Eltern nicht aussuchen, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder selbst unterrichten - in den USA schon. Die Freunde des sogenannten Homeschooling sehen in Europa noch viel Missionsbedarf. Ihr Cheflobbyist heißt Bryan Ray, ein ehemaliger Lehrer aus Oregon.
Noch vor 15 Jahren wurde Brian Ray für seine Studien von seinen Landsleuten ausgelacht. "Leute, die ihre Kinder zu Hause selbst unterrichten wollen, galten als verrückte Außenseiter der Gesellschaft", sagt er. Heute ist Brian Ray Vertreter einer Bewegung, die in den USA immer mehr Eltern erfasst.
Das Erziehungsministerium geht von 1,1 Millionen Kindern aus, die zu Hause von ihren Eltern unterrichtet werden. Ray spricht aber von bis zu 2,2 Millionen Homeschoolern, deren Zahl zudem jedes Jahr um zehn Prozent wachse. Demgegenüber stehen laut dem US Census Bureau insgesamt 48 Millionen Kinder, die in den USA öffentliche Schulen besuchen.
Ray ist Direktor des National Home Education Research Institute in Salem (Oregon). Wohl kaum ein Wissenschaftler hat sich weltweit so eingehend mit dem Homeschooling-Konzept beschäftigt wie er. Gleichzeitig ist Ray Cheflobbyist der Bewegung. Er war selbst einige Jahre lang Lehrer an öffentlichen und privaten Schulen, hat zuvor Zoologie, Biologie und Erziehungswissenschaften studiert.
"Die Verantwortung für die Bildung der Kinder liegt bei den Eltern, nicht beim Staat", so meint er durch seine Studien bewiesen zu haben. Und: "Wenn Leute den Staat zu sehr in der Verantwortung für Bildung sehen, geht das in Richtung Tyrannei und Indoktrination."
"Gefahr für die Gesellschaft"
Die Kritiker der Homeschooling-Bewegung sind da völlig anderer Meinung. Sie halten es für verhängnisvoll, wenn nicht dafür ausgebildete Eltern ihren Kindern Rechnen, Lesen und Schreiben beibringen. Die Professoren Rob Reich und Michael Apple von den Universitäten Wisconsin und Stanford bezeichnen Homeschooling sogar als "Gefahr für die Gesellschaft".
Die "National Education Association" (NEA), die größte Lehrervereinigung des Landes, verabschiedete auf einer Tagung eine Erklärung, wonach "Homeschooling-Programme dem Schüler keine umfassende Bildung vermitteln" können. Ray bestreitet die Argumentation der NEA, Homeschooling-Kinder seien sozial isoliert und desinteressiert an ihrer Umwelt: "Meine Studie hat genau das Gegenteil erwiesen."
Homeschooling hat in den USA eine lange Tradition. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Kinder überwiegend zu Hause unterrichtet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwand der Heimunterricht jedoch völlig. Es setzte sich die Auffassung durch, dass Kinder auf staatliche Schulen gehen sollten, die durch Steuergelder finanziert werden. Erst in den späten siebziger Jahren wurde das Homeschooling wiederentdeckt.
Mitte der achtziger Jahre begann Brian Ray, Daten zur Vermarktung des Homeschooling-Konzepts zu sammeln. In seiner letzten Studie aus dem Jahr 2004 befragte er über 3000 Erwachsene im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sein Ergebnis: Heranwachsende, die ihr Wissen im elterlichen Wohnzimmer erwarben, schafften später höhere Bildungsabschlüsse als Abgänger staatlicher Schulen.
Bessere Bildungschancen für Heim-Schüler?
So besuche die Hälfte der Homeschooling-Kinder ein College, gegenüber nur 34 Prozent ihrer Altersgenossen aus den öffentlichen Schulen. Acht Prozent der Wohnzimmer-Schüler könnten darüber hinaus noch einen Master-Abschluss vorweisen, hingegen nur drei Prozent der Schüler aus den öffentlichen Klassenzimmern. Kinder, die von ihren Eltern unterrichtet wurden, seien auch politisch aktiver, wissensdurstiger und sozial aufgeschlossener - so jedenfalls liest es Ray aus seinen Erhebungen.
Aus Rays Institut werden Broschüren für Eltern und Lehrer in alle Welt verschickt, oft geht er als Missionar auf Reisen und hält Vorträge. Der Werbefeldzug der Homeschooling-Fans hat Erfolg: Die Ablehnung der US-Öffentlichkeit gegenüber Homeschooling sank von 73 Prozent im Jahr 1985 auf 57 Prozent heute. "Jeder Amerikaner kennt mindestens einen Menschen, der zu Hause unterrichtet wird", so Ray.
Die Gesetze in einigen amerikanischen Bundesstaaten begünstigen den Heim-Unterricht, allerdings räumen die Staaten lehrenden Eltern unterschiedliche Freiheiten ein. In Oklahoma, Idaho und Illinois zum Beispiel müssen Eltern ihre Kinder noch nicht einmal von der Staats-Schule abmelden - allein ihr Gewissen soll ihnen einhauchen, wie sie den Heim-Unterricht gestalten wollen. In Massachussetts, Pennsylvania und New York dagegen bestehen die Behörden auf Anträge zum Homeschooling und auf allgemeingültige Tests, die alle Kinder in regelmäßigen Abständen ablegen müssen.
Allein dem Gewissen verpflichtet
Deutschland hat eine völlig andere Tradition: Die allgemeine Schulpflicht - in Preußen bereits vor fast 300 Jahren eingeführt - gilt für alle Kinder ab dem sechsten Lebensjahr. Eltern, die mit den Lehrinhalten nicht einverstanden sind, können allenfalls eine Privatschule gründen; die staatlichen Auflagen dafür sind recht streng. Wer seine Kinder einfach zu Hause unterrichtet macht sich strafbar.
Deutsche Gerichte haben immer wieder entschieden, dass die Schulpflicht höher zu bewerten sei als etwa die Glaubensfreiheit, beispielsweise im Fall der hessischen Großfamilie Bauer. Nach Ansicht der Behörden bedeutet die Schulpflicht auch ein Kinderrecht - nämlich zum Beispiel das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit: Die Kinder sollen nicht nur alle Chancen für die Ausbildung oder den späteren Beruf bekommen, sondern sich auch in der Schule mit anderen Werthaltungen auseinander setzen.
Konflikte gibt es häufig zwischen Staat und bibelfrommen Christen, die nicht wollen, dass ihre Kinder in der Schule mit der Evolutionstheorie und Sexualkunde in Kontakt kommen. So wanderten Angehörige der Sekte "Zwölf Stämme" hinter Gitter, weil sie ihre Kinder vom staatlichen Unterricht fern hielten. Nach Meinung der Hardliner lauern in der Schule Drogen, Alkohol und Sittenverfall. Zuletzt sorgten Paderborner Baptisten für Aufsehen, weil sie seit Monaten die staatlichen Schulen boykottieren.
Dennoch unterrichten auch anderswo viele Eltern heimlich Bibel-Lehre im eigenen Wohnzimmer, machen den Wald zum Klassenzimmer oder lassen ihre Kinder einfach zu Hause, wo sie nach ihrer Meinung von selbst das lernen, was sie zum Leben brauchen. Nach Angaben des Rechtshilfevereins "Schulunterricht zu Hause" werden in Deutschland trotz Schulpflicht 550 Kinder zu Hause unterrichtet. Amtliche Zahlen gibt es nicht. In Großbritannien, Dänemark, Österreich, Frankreich, der Schweiz und Finnland gilt dagegen nur eine Unterrichtspflicht, keine allgemeine Schulpflicht.
Brian Ray sieht in Europa noch viel Missionierungsbedarf. Gerade ist er von einer Rundreise durch Ungarn, Tschechien, Lettland und Deutschland zurückgekehrt. "Die deutsche Situation ist vergleichbar mit der in Amerika vor 20 Jahren", glaubt er. In Deutschland nehme der Staat die Entscheidung für sich Anspruch, was der beste Bildungsweg sei, kritisiert Ray. "Ich finde es alarmierend, dass deutsche Beamte meinen, den besten Bildungsweg für alle Deutschen zu kennen."
Großes Interesse habe er auch im Osten Europas registriert. In Lettland sei er sogar vom Bildungsminister empfangen worden, auch in Polen habe man sich sehr aufgeschlossen gezeigt. Von deutschen Behörden allerdings hat Ray bislang noch nichts gehört.
Abschließend möchte ich kommentieren: Es ist nicht verständlich, warum in Deutschland die Religionsfreiheit unterbewertet (obwohl im Grundgesetz verankert)während die Schulpflicht völlig übertrieben aufgebläht wird (obwohl ich sie nicht im GG finde). Wieso? Das hat mir bisher noch kein Deutscher sachlich beantworten können. Wenn man sich die deutsche Geschichte ansieht, die gespickt ist mit Glaubensverfolgung und greulichen Glaubenskriegen verstaatlichter, konstantinischer Kirchen, dann sollte Glaubensfreiheit hochgeachtet werden. Wie oft wurden unabhängige bibeltreue Christen im Mittelalter von der Staatskirche mit Staatsgewalt verfolgt? im 3. Reich hat der zentralistische, gleichgeschaltete Staat alle chrislichen Bildungsinitiativen unterdrückt und verboten. Es ist ein erschreckendes Zeugnis. Nun beginnt das 21. Jahrhundert und viele Deutsche haben die Lektion noch immer nicht gelernt. Eine Gesellschaft in der religiöse Rechte nicht geachtet werden, ist keine freie Gesellschaft. Möge Gott den Menschen zu erkennen geben, daß wir ein inspiriertes Buch haben, das uns den Willen Gottes zeigt. Christliche Eltern stehen in der Verantwortung vor Gott, ihre Kinder demgemäß zu lehren, was Got, unser Retter, sagt. Die Linken, die Sozialisten, die Okkulten, die Ideologen, die Feministen usw. haben nicht das Recht, das staatliche System zu unterwandern und das Bildungswesen dazu zu mißbrauchen, ihre Agenda der nächsten Generation per Zwang in das Unterbewußtsein einzubläuen. Die Diktatur des Liberalismus in unseren Schulen muß fallen wie eine Berliner Mauer.
Politisch muß sich folgendes ändern: Der Staat muß die Souveränität über die Kinder an die Eltern zurückgeben. Wenn Eltern wollen, daß ihre Kinder nicht an der Sexualverziehung teilnehmen, dann haben Lehrer, Ämter und Behörden das ohne Widerspruch zu akzeptieren. Es bleibt zu sagen, daß viele Lehrer an öffentlichen Schulen gute Arbeit leisten, jedoch sind Lehrer nur Diener der Eltern und nicht Herr. Beten wir auch dafür, daß Lehrer wieder das Herz eines Dieners haben. Nicht das Herz eines Diktators. Das Schulwesen darf nicht so besitzgierig mit den Kindern umgehen. Die Eltern werden nicht vom Staat bevormundet. Elternautorität bricht Regierungsautorität. Ein "schlanker Staat" braucht sich in Glaubensangelegenheiten christlicher Familien nicht einzumischen. Deutschland verkommt aber leider zum Schnüffelstaat, Polizeistaat und Obrigkeitsstaat.
Rückblick 2005: FDP-Politiker befürworten Bildungsfreiheit für Heimschule.
Ein bemerkenswerter Leserbrief von zwei FDP Politikern aus dem Raum Paderborn erschienen am 14.01.2005 in der "Neuen Westfälischen"
Betrifft: Paderborner Baptisten boykottieren Grundschule
In Ihrem Artikel vom 11.01.2005 "Paderborner Baptisten boykottieren Grundschule" berichteten Sie von Eltern, die aus religiös-moralischen Gründen die Teilnahme ihrer Kinder am Grundschulunterricht verweigern. Zusammengefaßt zeigt der Artikel wie stark das Obrigkeitsstaatsdenken hierzulande ausgeprägt ist. Aus Angst, durch die Tolerierung privater Bildungseinrichtungen unter Ignorierung der Schulpflicht könnten integrationsschädigende Parallelgesellschaften entstehen, wird gefordert "Druck zu erzeugen" und die betroffenen Schulkinder zum Schulbesuch zu zwingen.
Grundlegende Freiheitsrechte, wie sie im Grundgesetz geregelt sind, scheinen den Kreis Paderborn und die Landesregierung nicht zu interessieren. Einhelliger Konsens ist hier: Staatsrecht vor Elternrecht. Besonders schlimm empfinden wir, dass unser veraltetes staatliches Schulsystem und die entsprechenden Gesetze mehr privates Engagement auf einem freien Bildungsmarkt verhindern.
Die angesprochene Möglichkeit zur "Zwangszuführung" der Kinder zur Schule unter Polizeieinsatz, welcher der letzte logische Schritt gemäß Schulpflichtgesetz NRW ist, zeigt welchem Stellenwert dem Wort "Freiheit" eingeräumt wird, wenn sogar traumatisierte Kinder zu Durchsetzung staatlicher Ziele in Kauf genommen werden.
Wenig bekannt: Allein Deutschland leistet sich in der EU noch den Schulzwang unter Anwendung polizeilicher Gewalt. Es ist überhaupt sehr strittig inwiefern dieses Vorgehen verfassungskonform ist. Unsere Verfassung garantiert den Eltern gemäß Art. 6 das natürliche Recht der Pflege und Erziehung. Artikel 6,3 sagt eindeutig, dass Kinder von ihren Eltern nur getrennt werden dürfen, wenn diese als Erzieher "versagen".
Das Recht auf ein alleiniges Erziehungsmonopol der Eltern wird nicht zuletzt durch die UN Menschenrechtserklärung Art. 26(3) deutlich, wo es heißt: "In erster Linie haben die Eltern das Recht, die Art der ihren Kindern zuteil werdenden Bildung zu bestimmen""
Das natürliche Erziehungsrecht der Eltern darf und kann somit nicht vom Staat verweigert werden. Das unverletzliche Grundrecht der Religions-und Gewissensfreiheit muss endlich von den Schulbehörden im vollen Umfang respektiert werden. Dabei muss der Gesetzgeber natürlich Bildungsstandards festlegen und auch die rechtsstaatliche Kontrolle privater Bildungseinrichtungen sichern.
Die wahren Fundamentalisten in der Debatte um den Schulzwang sind unserer Meinung nach nicht strenggläubige Mennoniten oder Baptisten, sondern allen voran die beiden großen Volksparteien SPD und CDU, welche sich dogmatisch für den Schulzwang einsetzen.
So zum Beispiel 1998 in Schleswig-Holstein, in der eine 37.000 Bürger starke Volksinitiative auf Abschaffung der Schulpflicht drängte, verweigerten CDU und SPD die formale Unterstützung während ein Bündnis von Gründe und FDP sich massiv für die Initiative einsetzte. Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts stoppte damals das Begehren der Volksinitiative, bestimmt auch aus der Angst heraus einen Präzedenzfall zu schaffen.
Die beste Grundlage für eine geglückte Integration junger Menschen in unserer Gesellschaft ist eine fundierte und im harmonischen Umfeld vermittelte Bildung und kann in keinem Fall durch Aufzwingen des staatlichen Schulsystems gewährleistet werden. Es sollte sich niemand anmaßen beurteilen zu können welche Werte und Vorstellungen maßgebend für die Erziehung von Kindern aus unterschiedlichen Kulturkreisen sind. Dieses Recht ist allein den Eltern zu überlassen, sofern diese ihre Kinder auf den Boden unserer demokratischen Verfassung erziehen.
Es bleibt zu hoffen, dass die allgemeine Schulpflicht gegenüber einer Nachweispflicht über den Bildungsstand abgelöst wird, damit das Elternrecht und unserer Familien wieder Vorrang gewinnen und auch private Schulen einen höheren Stellenwert eingeräumt bekommen. Oder wie unser Ex-Bundespräsident Roman Herzog sagte:"Setzen wir neue Kräfte frei, indem wir bürokratische Fesseln sprengen. Entlassen wir unser Bildungssystem in die Freiheit!"
Montag, 9. Juli 2007
Was Frau Elvira Block, 9-fache Mutter aus Paderborn, im Gefängnis erlebte.
Vor ca. zwei Wochen wurde von der Verhaftung von Frau Elvira Block, Mutter von 9 Kindern berichtet. Inzwischen hat sie ihre Erzwingungshaft abgesessen und konnte wieder in den Kreis ihrer Familie zurückkehren. Heute Abend erzählte sie mir am Telefon, wie es ihr ergangen ist. Sie sagte als erstes, es seien sehr gesegnete Tage gewesen, von denen sie keinen einzigen missen möchte.
Als sie am Sonntag, dem 17.06.07, gerade die Koffer packte für ihre Rückreise mit ihren Kindern nach Heidelberg, kam der Polizist, der sie verhaften sollte. Er war ganz freundlich und erlaubte ihr noch, sich von ihrer Familie zu verabschieden und mit ihr zu beten.
Frau Block wurde dann zuerst zur Polizeiwache in Paderborn gebracht. Dort war gerade viel los: Neu eingelieferte Betrunkene wurden unter großem Geschrei mit Ketten gefesselt. Frau Block musste den Polizeibeamten vieles abgeben: die Armbanduhr, die Tasche, alle Haarspangen, Kopftuch, Schuhe; sie fragte, warum das denn sein müsse, und erhielt die Antwort, das sei die Regel, an die man sich halten müsse. – Sie durfte dann in einer Einzelzelle übernachten, in der es ihr nicht schlecht ging. Aber sie hörte die ganze Nacht das Kettengerassel der anderen Gefangenen und wurde dadurch sehr lebhaft an Paulus und Silas im Gefängnis erinnert.
Den nächsten Morgen brachte man sie nach Bielefeld-Brackwede, wo sie den Tag und die Nacht verbringen sollte. Sie wurde hier nur flüchtig kontrolliert, weil sie ja vorher schon gründlich durchgecheckt worden war. Das Personal war freundlich. – Man führte sie sogleich in eine Einzelzelle. Dort öffnete sie das Fenster und begann zu singen – ein Lied nach dem andern. Auf einmal rief eine Frauenstimme: “Wer bist du? Wie heißt du? Du bist ganz bestimmt neu hier?! Können wir uns ein wenig unterhalten? Heute Abend komme ich zu dir in den Umschluss!” ‘Umschluss’ ist die Zeit, in der sich Gefangene gegenseitig besuchen dürfen; das dauert dort von 18 Uhr bis 20.30 Uhr.
Gegen Abend stand diese Frau plötzlich vor Frau Block: Sie war eine Aramäerin. In der einen Hand hielt sie eine Margarineschachtel, die mit Salat gefüllt war, in der anderen Hand frischgebackene Plätzchen. Frau Block war so überrascht. Die Aramäerin war schon lange hier. Solche Gefangene, die lange inhaftiert sind, dürfen dort im Gefängnis in der Zeit des Umschluss die Küche benutzen und sich etwas einkaufen lassen. – Frau Block überlegte: “Wie kann ich mich denn nur bei ihr bedanken?” Sie nahm ein paar Bibelvers-Kärtchen aus ihrer Bibel und einen kleinen Kalender. Als sie der Aramäerin dann sagte, sie käme am nächsten Morgen in ein anderes Gefängnis, war diese sehr traurig. Sie klagte auch, sie werde morgen vor Gericht gestellt. Frau Block versicherte ihr: “Ich werde für Sie beten!” Dafür bedankte sie sich sehr. Frau Block freute sich, dass sie dieser suchenden Seele begegnet war.
Am anderen Morgen ging die Reise zum Endziel, zum Gefängnis in Gelsenkirchen, weiter, und zwar in der Zelle eines Busses, in der noch 2 Frauen waren; in den anderen Zellen des Busses befanden sich noch 7 Männer, je 2 in einer Zelle. – Frau Block war mit allem zufrieden. Sie war froh, dass hier nicht geraucht wurde; dafür gab es ab und zu mal eine ‘Rauchpause’, wo die Gefangenen aussteigen und draußen rauchen durften. –
In Gelsenkirchen angekommen, wurde Frau Block wiederum ganz durchgecheckt. Nachdem man ihre Sachen kontrolliert hatte, brachte man die Inhaftierte in eine Einzelzelle. Kurze Zeit danach kam ein Wärter, sprach sie sehr freundlich an und nahm sie mit in sein Büro. Er sagte: “Ich möchte mich gern noch mit Ihnen unterhalten.” Er fragte dann, warum und wieso sie hier sei. Frau Block erzählte es so, wie es war, und merkte bei dem Gespräch, dass er sehr offen war für Glaubensfragen. – Etwa eine Stunde, nachdem sie wieder in ihre Zelle zurückgebracht worden war, kam der Wärter wieder und sagte: “Jetzt sind Sie kaum hier und – haben schon 4 Briefe bekommen! Wie ist das denn möglich?!” Er hatte sie schon alle durchgelesen. – Frau Block war dann den ganzen Tag allein und hatte dadurch viel Zeit zum Briefe- und Bibellesen und zum Beten.
In der ganzen Zeit, die sie dort in Gelsenkirchen verbrachte, hatte der Wärter immer wieder für ein paar Minuten Zeit für Glaubensgespräche, die sehr gesegnet verliefen; Frau Block hatte dadurch wunderbare Gelegenheit, vom Herrn Jesus zu zeugen. Sie war sehr froh darüber – und überhaupt dankbar für die freundliche Behandlung und gute Verpflegung.
Am 2. Tag kam nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr die Sozialarbeiterin in die Zelle von Frau Block. Sie schaute sich um und sagte: “Oh, so ordentlich! – Kommen Sie mal mit mir in mein Büro. Ich bin nämlich dafür zuständig, für Ihre Familie zu sorgen. Wie sieht es denn jetzt aus mit der Versorgung der Kinder?” Frau Block antwortete: “Mein Mann hat sowieso jetzt grade Urlaub genommen, weil er eine Jugendfreizeit leiten wollte; das hat er sicher abgegeben und ist mit den Kindern nach Heidelberg gefahren, wo sie in eine Christliche Schule gehen. Somit sind sie gut versorgt.” “Und wenn das doch nicht der Fall sein sollte, dass Ihr Mann mit den Kindern mitfahren konnte? Machen Sie sich da keine Sorgen?” “Dann wird Gott schon für sie sorgen.” Da sagte die Sozialarbeiterin: “Nun, dann wollen wir mal dort hineinhören, um zu erfahren, ob der Vater mit den Kindern klarkommt.” Sie wirkte zwar freundlich, aber resolut – mit dem Gedanken im Hinterkopf: ‘Wehe, wenn etwas schief läuft!’”
Als die Verbindung mit Heidelberg zustande kam, war Frau Olga Block, ihre Schwägerin, am Apparat und antwortete auf die Frage der Sozialarbeiterin nach dem Wohlergehen der Kinder: “Ja, es ist alles in Ordnung.” Frau Elvira Block sprach dann auch noch ein paar Worte mit ihr. Dann legte sie auf. Daraufhin sagte die Sozialarbeiterin: “Es wäre nicht schlecht, wenn wir auch noch mit Ihrem Mann persönlich sprechen könnten; aber ich will zuerst mit ihm sprechen.” Sie rief nochmals an, und als er an den Apparat kam, stellte sie sich vor und fragte nach dem Ergehen, ob er klar käme, und berichtete, dass seine Frau ihr gegenüber säße. Auch er antwortete – wie zuvor die Schwägerin –, dass alles in Ordnung sei. Frau Block durfte dann auch noch mit ihm sprechen.
Nachdem sie den Hörer aufgelegt hatte, fragte die Sozialarbeiterin: “Wissen Ihre Angehörigen überhaupt, wann Sie entlassen werden? Ist das alles klar? Sie werden doch sicher – wie die vorigen Male bei der Entlassung der Paderborner – mit Blümchen und Gesang abgeholt. Da müssen doch die Angehörigen genau wissen, wann das ist. So wollen wir nochmal anrufen.” Und wieder rief sie an. Frau Olga Block war wieder am Apparat, und als Frau Elvira Block dann mit ihr sprechen konnte, erzählte ihre Schwägerin: “Weißt du, es ist wunderbar, wie der Herr für uns sorgt –“ Und sie berichtete, dass ein ihnen bekanntes gläubiges junges Mädchen gekommen ist, um ihnen zu helfen. Frau Elvira Block sagte dann zur Sozialarbeiterin: “Sehen Sie, Gott lässt uns nicht allein. Dieses Mädchen ist auch noch gekommen, um die Kinder versorgen zu helfen.” Da antwortete diese sehr erstaunt: “Wirklich? Sie haben aber ein großes Gottvertrauen! Das findet man heutzutage nur noch selten in unserer Gesellschaft. – Um für Gott zu zeugen, gehen Sie sogar ins Gefängnis! Das will wirklich etwas heißen! – Sie werden ganz sicher mit Blümchen abgeholt. Sie brauchen also sicher kein Fahrgeld?” “Nein.” “Wissen Sie, andere Gefangene werden nicht so abgeholt. Beten Sie für diese!” Frau Block antwortete: “Nicht nur für diese, sondern auch für Sie bete ich.” “Oh, danke schön!”, antwortete die Sozialhelferin, tief bewegt von diesem Zeugnis. – Wenn Frau Block sie später ab und zu traf, grüßte sie immer so freundlich.
Jeden Tag hatten die Gefangenen auch eine Stunde “Freigang”; d.h. sie konnten in den Gefängnishof hinaus, wenn es das Wetter zuließ. – Frau Block merkte mit traurigem Herzen, dass es nicht leicht ist, den Drogenabhängigen, die dort einsaßen, die Evangeliumsbotschaft weiterzugeben. Als sie an einem Tag alle wegen Zelleninspektion im Aufenthaltsraum zusammengepfercht wurden, randalierten die Frauen so schlimm und wüst, weil der Raum etwas klein war für 15 Personen – und doch hatte jede einen Stuhl. Es wurde sehr viel geraucht, herumgeschrien, randaliert; das war so ein schlimmes Chaos, das Frau Block als ganz schrecklich und grauenhaft empfand. Man griff sie mit Hohn und Spott an. Neben ihr saß eine Frau, die ihr so gern Fragen stellen wollte; aber wegen des Geschreis konnte man kaum ein Wort verstehen. Unter den Gefangenen befand sich auch eine Satanistin, die über Frau Block lästerte: “Du hast bestimmt eine Bibel geklaut, und deshalb bist du hier!”
Manchen Gefangenen konnte sie die Botschaft des Heils in Wort und Schrift weitergeben; die andern wollten nichts wissen vom Glauben. Da konnte Frau Block nur für sie beten. In den letzten Tagen der Gefangenschaft aber fassten auch diese langsam Zuneigung zu ihr und grüßten sie freundlich. Frau Block sagte mir: “Bei solchen Menschen müsste man längere Zeit verweilen, damit sie den Wandel beobachten können; dann kommt es leichter zu Gesprächen.” – Zwei Tage vor ihrer Entlassung begegnete sie einer Rumänin, die aber leider noch kein Deutsch sprach, weil sie erst einen Monat in Deutschland verbracht hatte. So konnten sie sich nur mit Handzeichen unterhalten. Die Rumänin weinte so sehr, während Frau Block mit ihr sprach und dann mit ihr betete. Sie knieten sich dazu beide hin. – Diese Frau war eine völlig mittellose Zigeunerin. Frau Block schenkte ihr alles, was sie nur entbehren konnte, und sang ihr viele Lieder vor. Die Geschenke lehnte die Rumänin zuerst sehr ängstlich ab, während sie sagte: “Oh nein, denn dann meint das Personal, ich hätte das wieder alles gestohlen!” Da antwortete Frau Block: “Ich spreche mit dem Personal und bitte drum, dass man es Ihnen lässt, weil ich es Ihnen geschenkt habe.”
Als sie sich am letzten Tag verabschiedete, sagte der Wärter: “Es wäre gut, wenn wir öfters solch ein Licht hier hätten; das brauchen wir hier! Es kommen sicherlich noch einige von den Paderborner Frauen hierher, nicht wahr?” Frau Block erklärte dann, dass die anderen zwei Frauen zurzeit nicht ins Gefängnis können, weil sie beide noch ihre Babies stillen. – Als sie zur Tür hinausging, standen da schon die Glaubensgeschwister, die sie mit Liedern und Blumen herzlich begrüßten. Sie kamen dann alle mit zu ihr nach Hause, wo sie sich bei einer Mahlzeit miteinander austauschten und mit Liedern und Gebeten erquickten.
Frau Block beendete den Bericht mit den Worten: “Das war wirklich so eine segensreiche Zeit! Einmalig! Das ist so ein Segen, den man dabei empfängt, wenn man in solch einer Finsternis vom Herrn zeugen darf!” – Sie grüßt alle herzlich und bedankte sich noch für die Gebete und die Post. Sie hatte über 110 Briefe bekommen! Nur drei der Briefe erhielt sie erst beim Abschied, weil zu viele Traktate drin waren.
Sonntag, 8. Juli 2007
Hausschul-Eltern vor Gericht erfolgreich!
E s c h w e g e (idea) – Eine christliche Familie, die seit acht Jahren vier ihrer sechs schulpflichtigen Kinder aus Glaubens- und Gewissensgründen zu Hause unterrichtet, hat jetzt vor Gericht erstmals einen Erfolg erzielt. Ein Familiengericht in Eschwege sieht in der Familie von Rosemarie und Jürgen Dudek (Herleshausen) das Kindeswohl nicht gefährdet. Familienrichter Helmuth von Moltke stellte das Verfahren ein und will auch keine weiteren Maßnahmen veranlassen.
Das Jugendamt war in Sorge, dass die Kinder durch den anhaltenden Hausunterricht gesellschaftlich isoliert würden. Um die Eltern dazu zu bewegen, ihre Kinder wieder auf eine Schule zu schicken, wollte das Jugendamt ein psychologisches Gutachten einholen lassen. In der nichtöffentlichen Verhandlung hatte der Richter die Kinder Jonathan (14), Lukas (13), Daniel (10) und Jeremia (7) ohne Eltern ausgiebig befragt. Dabei stellte er fest, dass sie „gut geraten“ seien, sagte Vater Jürgen Dudek auf idea-Anfrage. Er begrüßte das Urteil: „Wir sind erleichtert.“
Staatsanwaltschaft für dreimonatige Haftstrafe
Dennoch muss sich die Familie weiter vor Gericht verantworten. In einem anderen Verfahren Anfang Mai waren der Vater und die Mutter zu Geldstrafen von 600 Euro bzw. 300 Euro verurteilt worden, weil sie gegen die Schulpflicht verstoßen hätten. Amtsrichter Peter Höbbel (Eschwege) übte in seiner Urteilsbegründung aber auch Kritik am Schulamt. Statt den Antrag der Familie auf Zulassung ihrer Hausschule zu bearbeiten, hatte es Strafantrag gestellt. Das Schulamt habe die Eltern nie besucht, um ein Urteil über den Hausunterricht fällen zu können. Zugleich räumte der Richter ein, dass der Vorstoß der Eltern wohl kaum eine Chance auf Zulassung habe. Das Gericht sei aber „der verkehrteste Ort, solch ein Problem lösen zu wollen“. Die zuständige Staatsanwaltschaft hält das Urteil für zu milde und hat Berufung eingelegt. Sie hatte vor Gericht eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung für jedes Elternteil gefordert. Ein neuer Verhandlungstermin steht noch nicht fest.
Ausweg: Freie Christliche Schule Heidelberg
Jürgen Dudek sieht sich trotzdem im Recht. Dass Eltern in Deutschland gezwungen werden, bei der Kindererziehung gegen ihr Gewissen zu handeln, verstoße gegen die Menschenrechte. Er ist in Sorge, dass der Unterricht an einer öffentlichen Schule den christlichen Glauben seiner Kinder gefährde oder sogar zerstöre. Allerdings komme die Familie nun an die Grenzen ihrer Kraft. Deshalb wolle man die Kinder nach den Ferien an der Freien Christlichen Schule in Heidelberg anmelden. Für Jonathan sucht die Familie noch eine Lösung, damit er eine 10. Klasse besuchen kann. Die Schule in Heidelberg endet derzeit bei der 9. Klasse. Dass die Familie dadurch vorübergehend auseinander gerissen werde, hält Dudek für bedauerlich: „Aber die Behörden interessiert das Wohl der Kinder und der Familie nicht wirklich.“ Wie die Familie das Schulgeld aufbringen soll, weiß er noch nicht. Der studierte Politologe verdient rund 500 Euro im Monat durch Nachhilfeunterricht. Ansonsten hat die Familie nur das Kindergeld. Weitere ihnen zustehende staatliche Leistungen wie das Arbeitslosengeld II lehnt die Familie ab: „Wir wollen und können für uns selbst sorgen.“ Bereits 2005 waren die Eltern zu einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro pro Person verurteilt worden. Das Geld hatten sie bezahlt, ohne allerdings ihre Kinder auf einer öffentlichen Schule anzumelden. Daraufhin wurde erneut ein Verfahren gegen sie angestrengt. Nach Angaben der Initiative Schulunterricht zu Hause (SchuzH) mit Sitz in Dreieich bei Frankfurt am Main erteilen rund 500 Familien ihren Kindern Hausunterricht.
http://www.idea.de/index.php?id=355&tx_ttnews%5Btt_news%5D=55633&tx_ttnews%5BbackPid%5D=18&cHash=eedfb59ede
Nun wird es Zeit, daß Heimschule legalisiert und anerkannt wird in Deutschland. Weiternhin müssen wir für ein Umdenken in Politik und Gesellschaft beten, denn diese Form von Diskriminierung von Christen ist unakzeptabel für einen angeblichen Rechtsstaat. Bildungsfreiheit ist das A und O.
Mittwoch, 4. Juli 2007
Mathe bei Mutti
Auch in Brandenburg unterrichten Eltern ihre Kinder zu Hause – obwohl es verboten ist.
MARION KAUFMANN POTSDAM
Es ist zehn Uhr vormittags. Die Zeit, zu der andere Kinder im Klassenzimmer sitzen. Die Zeit, zu der Andreas und Sebastian nie vor die Tür gehen, um nicht aufzufallen. Die beiden sitzen zu Hause am Esszimmertisch und lernen Französisch-Vokabeln. Andreas spricht drei Sprachen fließend. Er weiß alles über den amerikanischen Bürgerkrieg, ist ziemlich gut in Algebra und ein Ass in Sport. Andreas ist zwölf Jahre alt. Er hat noch nie eine Schule besucht.Sein zwei Jahre älterer Bruder Sebastian hat es sechs Wochen in der Schule ausgehalten. Dann wurde er krank. Seine Eltern haben ihn von der Schule genommen – und nie wieder hingeschickt. Andreas und Sebastian Weber (Namen geändert) werden von ihren Eltern unterrichtet. In den USA, wo die Webers bis vor drei Jahren gelebt haben, war das kein Problem. In Brandenburg, wo die Familie inzwischen zu Hause ist, ist es illegal.Eltern droht eine Geldstrafe Die Webers wohnen in einem Einfamilienhaus in einer brandenburgischen Kleinstadt. Im Wohnzimmer gibt es Spielsachen, Bücher, Familienfotos. Mutter Betty ist eine redegewandte Frau um die 40, Amerikanerin, mit einem Deutschen verheiratet. Eine ganz normale Familie. Eigentlich. Denn das Leben der Webers ist für den Durchschnittsdeutschen alles andere als normal.Während "Homeschooling" in den USA zur Massenbewegung wird, ist das Thema hierzulande tabu. Die Webers hoffen, dass sich das ändert. Denn in fast allen anderen Staaten ist Hausunterricht erlaubt, gibt es anders als in Deutschland keine Schul-, sondern lediglich eine Bildungspflicht. In Brandenburg droht Eltern, die ihre Kinder nicht zur Schule schicken, ein Ordnungsgeld von bis zu 2500 Euro. In anderen Bundesländern wurden Eltern mit Beugehaft und Sorgerechtsentzug bestraft. Was genau passieren würde, wenn die Behörden Wind von den Webers bekämen, ist schwer zu sagen, denn bisher gab es in Brandenburg keinen solchen Fall. Offiziell. Dabei weiß Betty von zehn Familien in Brandenburg und Berlin, die ihre Kinder selbst unterrichten.10.30 Uhr. Andreas geht in sein Kinderzimmer, fährt den Computer hoch. Er hat im Französischbuch den Namen einer mittelalterlichen Stadt entdeckt. Er beschließt, einen Aufsatz darüber zu schreiben. "In der Schule lernen die Kinder nach dem Pausengong. Alle 45 Minuten ein anderes Fach. Dabei geht die ganze Kreativität verloren", ist Betty Weber überzeugt. Sie hat nichts gegen Schule. Eigentlich. Wenn andere Eltern ihre Kinder zur Schule schicken und damit glücklich sind – "great". Aber den Webers ist das, was Schule bietet, zu wenig. "Ein Lehrer ist für 30 Kinder zuständig", sagt Betty. "Zu Hause lernen unsere Jungs besser und schneller."11 Uhr. Betty holt ein Blech mit Käsemuffins aus dem Ofen. "Für viele ist Schule kostenloses Babysitting", sagt sie und legt den Jungs die Muffins auf Servietten. Natürlich sei es aufwendig, ständig für die Kinder da zu sein. "Aber meine Jungs sind nie krank, haben Spaß am Lernen", sagt sie. Sie beherrscht vier Sprachen, hat in Deutschland und den USA studiert. Eine typische Homeschooling-Mutter."Die Eltern von Homeschoolern sind zumeist hochgebildet und stammen oft aus dem Lehrermilieu", sagt Professor Volker Ladenthin von der Universität Bonn. Ladenthin ist der wohl einzige deutsche Bildungsexperte, der sich offiziell für Hausunterricht stark macht. Oft seien es Eltern begabter Kinder, die sich für Homeschooling entscheiden – weil der Nachwuchs in der Schule unterfordert ist. "Die Kriminalisierung dieser Eltern ist ein Skandal", sagt er. Natürlich gebe es auch negative Beispiele. Religiöse Fanatiker etwa, die ihren Nachwuchs nicht zur Schule schicken, weil dieser nichts über Evolution oder Sex erfahren soll. "Hey, meine Kinder wissen, wo die Babys herkommen", sagt Betty und lacht. Sie kennt die Vorurteile. Und ja, es gebe diese Eltern, die ihre Kinder im Kühlschrank vergammeln lassen. "Das sind aber garantiert keine Homeschooler." Trotzdem: Die Gefahr, dass Eltern ihren Nachwuchs unbemerkt verwahrlosen lassen, besteht. "Gerade für Kinder aus Familien mit geringem Bildungsniveau wäre die Abschaffung der Schulpflicht fatal", ist Bettina Hannover, Professorin für Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin, überzeugt. Ladenthin hält folgende Lösung dagegen: Schulverweigerer müssen kontrolliert werden. In Österreich ist das gang und gäbe. Die Familien bekommen regelmäßig Besuch vom Amt, die Kinder müssen zeigen, dass ihr Wissensstand dem Alter entspricht. Gibt es Defizite, heißt es: ab in die Schule.Betty würde sich diesen Tests gerne stellen. Sie will zeigen, was ihre Jungs draufhaben. Sebastian belegt schon jetzt Fernkurse an einer amerikanischen Uni. Er wird wohl kein Abitur machen, aber in einer globalen Welt könne er auch ohne deutschen Abschluss studieren, ist Betty überzeugt. Beispiele, dass aus Homeschoolern etwas geworden ist, gebe es genug: Konrad Adenauer, Albert Einstein, Bill Gates, Agatha Christie, Charlie Chaplin, Brooke Shields, Mozart, die Kelly Family.Kritiker bezweifeln aber, dass Eltern ihren Kindern in jedem Fach das nötige Wissen beibringen können. "Natürlich sind unqualifizierte Eltern eine Katastrophe für das Kind. Aber Schulen, die nicht zu den Kindern passen, sind auch eine", gibt Ladenthin zu bedenken. "Ich mache nicht alles selbst", glaubt auch Betty ihre Grenzen zu kennen. Homeschooling-Familien tun sich oft zu Lerngruppen zusammen. Außerdem gebe es Bibliotheken, Lesungen, Museen, Internet, Filme, Foren, Fernkurse – zig Möglichkeiten, sich zu bilden. Das Klassenzimmer von Andreas und Sebastian ist mal das Wohnzimmer, mal der Wald. Nur vormittags bleiben sie im Haus, denn die Nachbarn wissen nicht, dass die Weber-Kinder nicht zur Schule gehen. Aber die, die es wissen, hätten damit kein Problem. "Die Menschen in Brandenburg sind sehr tolerant", sagt Betty.Der ideale Ort für Homeschooler Wenn Kinder Schaden nehmen, hört für Bettina Hannover die Toleranz allerdings auf: "Kinder brauchen Kontakt zu anderen. Wichtiges Sozialverhalten bekommen sie zu Hause nicht vermittelt." Betty sieht das anders. Ihre Kinder leben nicht unter einer Käseglocke, betont sie. "Es sind doch Kinder. Sie müssen spielen, Freunde treffen."Sebastian und Andreas haben viele Freunde. Beide sind begeisterte Fußballer, gehen zum Sportverein. Nur wenn die anderen Kinder über Lehrer und Hausaufgaben reden, wechseln sie schnell das Thema. Die anderen denken, dass die beiden in Berlin zur Schule gehen. Bisher sei das niemandem komisch vorgekommen. Wenn die Behörden Druck machen würden, gäbe es für die Webers nur eins: wegziehen. "Das wäre schade", sagt Betty. "Wir lieben Brandenburg." Die Mark sei ideal für Homeschooler. Es gibt Wiesen, Wälder, Kulturangebote, genug Raum, sich zu entfalten. Und es gibt die Schulpflicht. "Ich verstehe nicht, wie Leute, die einen Staat zum Zusammensturz gebracht haben, sich diese Bevormundung gefallen lassen können", wundert sie sich.14 Uhr. Andreas und Sebastian rutschen unruhig auf ihren Stühlen umher. Nach fünf Stunden lernen lässt auch zu Hause die Konzentration nach. Die beiden zieht es nach draußen, zum Fußballspielen. "Es sind eben ganz normale Jungs", sagt die Mutter.
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